Slow Trekking
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b - SLOW TREK - n.21 Formazza-Tal: RIALE UND DER MORASCO-SEE

DIE FOLGENDE ROUTE BEZIEHT SICH AUF DAS BUCH "SLOW TREK" IM DISTRETTO TURISTICO DEI LAGHI MONTI E VALLI: ES IST IM PAPIERFORMAT IN DEN FREMDENVERKEHRSBÜROS DER GEGEND ERHÄLTLICH UND ALS E-BOOK IN DER SEKTION UNSERER WEBSEITE ABRUFBAR.

Rundspaziergang am Ufer des Morasco-Sees durch eindrucksvolle Alpenlandschaft und einfacher Ausflug über die bukolischen Weiden der Hochebene, Piana di Riale.

Ausgangs- und Zielort: Parkplatz am Sockel des Staudamms (1747 m)
Höchster Punkt: Südufer (etwa 1850 m)
Niedrigster Punkt: Riale (1734 m)
Höhenunterschied: Etwa 150 m insgesamt
Entfernung: 8,5 km insgesamt
Wanderzeit ohne Pausen: 3 Stunden insgesamt
Art der Pfads: gemischt (Wanderweg, Straße, Piste)
Wegweiser: weiß-rote Schilder G00
Wasser: Brunnen in Riale
Empfohlene Jahreszeit: Von Mai bis Oktober (von November bis April Langlaufloipe)
Hinkommen: 50 km entfernt von Domodossola. Richtung Crodo und dann Richtung Valle Formazza bis Riale, Ende der Landstraße SS659. Gebührenpflichtiger Parkplatz für Pkws und Wohnmobile am Fuß des Staudamms (3,00 Euro pro Tag in der Hochsaison). Kurz vor Riale kann man 2 Stunden kostenlos mit Parkscheibe parken – Mit dem Bus Linie Domodossola-Formazza, Haltestelle Riale (nur Juli und August, in den anderen Monaten hält der Bus in Ponte Formazza) (www.comazzibus.com).
Informationen: Distretto Turistico dei Laghi – www.distrettolaghi.it; IAT Fremdenverkehrsbüro – Ortsteil Ponte, Formazza - Tel. +39 0324.63059; Gemeinde Formazza – www.comune.formazza.vb.it; Verein für Fremdenverkehr und Handel Formazza - www.valformazza.it; Berggemeinde Valli dell’Ossola – www.cmvo.it

die Tour

Der Spaziergang beginnt in der Ebene von Riale, Ortsteil Formazza, dem nördlichsten Ort der Region Piemont. Tatsächlich ist das Formazza-Tal der äußerste Zipfel eines mitten in die über den Griespass (2479 m) erreichbare Schweiz getriebenen Keils. Genau diesen Weg benutzten die Walser, eine Bevölkerung die im 12. Jh. aus dem Kanton Wallis in die Täler des Monte-Rosa-Massiv zwischen Piemont und Aosta-Tal übersiedelte und deren charakteristische Kultur sich bis heute erhalten hat. Am großen Parkplatz neben dem Platz für Wohnmobile (10 € pro Tag, einschließlich Wasser, Strom und Abwasserentsorgung) geht man auf der Asphaltstraße nach rechts und kommt nach einem Anstieg zur Dammkrone (Schild „G00 Lago 0h15“).

Der Morasco-Staudamm wurde zwischen 1936 und 1940 erbaut und versorgt das Kraftwerk in Ponte, das Strom für 30tausend Haushalte liefert. Durch seinen Bau wurde das gleichnamige kleine Dorf aus dem 15. Jh. vollkommen überspült.

Auf der Straße ist der Anstieg sanft und gemächlich, man kann die Kurven aber auch durch Trampelpfade „schneiden“ und kommt auf steileren Anstiegen schneller ans Ziel. Auf der Dammkrone angekommen, auf der man zur anderen Seite hinübergehen könnte, wandern wir jedoch weiter auf der ebenen Piste am See entlang mit dem Wasser zur Linken. Dort wo das Becken schmaler wird, führt ein Metallsteg über das Wasser. Dieser ist allerdings leider nicht begehbar und dient nur als Winterübergang für die Mitarbeiter des Staudamms. Man muss also auf der Piste weitergehen und darauf achten, dass man die Abzweigung vom Weg „G00“ eines Wanderwegs links wenig später nicht verpasst. Hier geht es bergab zu Brücke über den Gries. Hinter der Brücke steigt der Trampelpfad bis zum Gebäude des Kraftwerks an, wo er wieder flacher wird und sich in einen gemütlichen Saumpfad verwandelt. Dieser führt auf gewundener Strecke am Westufer des Sees entlang, bis man wieder am Staudamm ankommt. Hier gäbe es einen kleinen Weg, der direkt zu den tiefer liegenden Häusern hinunterführt, dieser ist jedoch je nach Zustand der Vegetation mehr oder weniger schlecht erkennbar. Besser ist es, über den Staudamm hinaus auf dem klar markierten Weg zu bleiben, um dann nach links abzubiegen und nach und nach absteigend auf die Piste zu kommen, die an einigen Almen vorbei, wo der bekannte Bettelmatt-Käse erzeugt wird, wieder auf die Asphaltstraße und bis zur Schutzhütte Bim-se al Lago führt. Von der Schutzhütte aus geht man an der Straße zurück zum Parkplatz. Nun geht es an der Straße entlang weiter bis zum Ort Riale ein netter Ausflug über die weiten ebenen Weiden. Hinter dem Walser-Gasthaus Schtuba kommt man links zu den eigentlichen Häusern des Dorfes und zu einer kleinen schneeweißen Kirche (Brunnen). Wenn man vor der Fassade steht, kann man sehen, wie hoch der Schnee hier 1951 gelegen hat. Erstaunlich!

Wie man an den Schildern sehen kann, befindet sich in der Nähe des Ortes die „Sbrinz-Route“ (die auch als „Griesweg“ bekannt ist), ein Pfad, der 150 km lang ist, über den Griespass führt und Luzern und Domodossola miteinander verbindet. Jedes Jahr im August lässt eine Gruppe in Kostümen mit Pferden und Maultieren diese alte Handelsstraße wieder aufleben.

Nachdem man den Ort mit seinen schönen gut restaurierten Häusern durchquert hat (Brunnen), steigt man rechts auf einem Wanderweg an, der in Kürze zum Oratorium S. Anna, einem Gebäude aus dem 19. Jh, zum Gedenken an die kleine Kirche des überfluteten Ortes Morasco, führt. Der Weg führt wieder auf die Asphaltstraße, an der man dann wieder bis zum Ausgangspunkt zurückgeht.

weitere Informationen

Gastronomie: Käse ...
Der Bettelmatt ist ein Käse, bei dem die durch einmaliges Melken gewonnene Milch vor allem der Rasse Braunvieh verarbeitet wird wird, er muss mindestens zwei Monate lang reifen. Die 4-6 kg schweren Formen haben glatte Rinde, der Käse ist kompakt und weich, gelb oder strohfarben und mit Löchern, ähnlich wie Hühneraugen. Die Produktion erfolgt zwischen Anfang Juni und Anfang September in nur sieben Almen der Täler Formazza und Antigorio, die auf 1800 bis 2400 m Höhe liegen. Morasco, Kastel, Val Toggia, Vannino, Poiana, Forno und Sangiatto. Er war anscheinend schon im 13. Jh. bekannt, sein Name stammt aus der alemannischen Walsersprache. Aus den zusammengesetzten Wörtern Bettel (Almosen) und Matt (Weide) wird „Almosenweide“. In der Regel wurden die Formen eingetauscht oder verkauft. Andere Käsesorten sind der Formazza (als frischer oder gereifter Käse), der Formazza blu (Blauschimmelkäse), der Sümmer (nur im Sommer, aus Milch von Kühen, die nur frisches Gras fressen).
... und Kartoffeln
Seit jeher Grundnahrungsmittel der Bergbewohner, in verschiedenen Sorten: Pomater Häpfa (gelb mit rötlicher Schale), Walser (gelb mit gelber Schale) und Roti Öigje (gelb mit gelber Schale und roten „Augen“).
Der Toce-Wasserfall
Auf der Fahrt hinauf nach Riale kann man diesen Wasserfall kaum übersehen, er ist wahrscheinlich einer der meistfotografierten und mit seinen 143 m einer der längsten Europas. Bekannte Persönlichkeiten wie Richard Wagner, Gabriele D’Annunzio, die Königin Margherita, der König Vittorio Emanuele III., Giosuè Carducci und viele andere haben in besucht und über ihn geschrieben. Von der Straße aus, die von Formazza nach Riale ansteigt, kommt man nur zwei Kilometer nach dem Ort auf 1657 m Höhe daran vorbei. Vom großen Parkplatz aus führt ein auskragender Holzsteg direkt über den Wasserfall. Den besten Blick hat man allerdings zweifellos, wenn man den Wanderweg bergab nimmt, der am Fluss entlang verläuft, Griesweg oder Sbrinz-Route genannt (0,7 km -150 m bis zur Brücke über den Toce. Anschließend geht man auf demselben Weg zurück oder stattdessen von der Brücke aus bis zum Ort Sotto Frua, wo sich ein Kraftwerk und die interessante Salesianer-Kapelle Santa Madre dell‘Esperanza befindet. Dort kann man auch mit dem Bus zurückfahren www.comazzibus.com). Da der Wasserfall jedoch zur Stromerzeugung verwendet wird, ist er nicht immer stark und hat sozusagen Öffnungszeiten (www.comune.formazza.vb.it). Das Hotel, das man oft auf Fotos neben dem Wasserfall sieht, ist das Gebäude am Parkplatz, das 1863 erbaut und 1926 renoviert wurde.
Casa Forte - Steinhause
Im Ortsteil Ponte Formazza kurz vor dem Kraftwerk steht das schmucklose Gebäude der Casa Forte-Steinhause, oder „Schteihüs“. Es wurde 1589 erbaut und diente als Wachposten zur Kontrolle der Waren, die auf diesem Verkehrsweg über die Schweiz kamen. Heute ist es ein Heimatmuseum mit Gegenständen zur Säumerei und Beförderung von Waren, mit Warenlager und Zelle sowie eingerichteten Zimmern (Öffnungszeiten www.comune.formazza.vb.it).

Ratschläge zum Wandern mit Kindern

Etwa die Hälfte des Seerundwegs (vom Parkplatz zum Damm und am nördlichen Ufer bis zu den Gebäuden des Kraftwerks) kann man auch mit dem Kinderwagen gehen, wie auch das Stück vom Parkplatz bis zum Ort, sowie die direkte Straße zur Schutzhütte Bim-se. Die Strecke vom Kraftwerk bis zum Staudamm auf der West- und Südseite dagegen ist nicht befahrbar.

Wegmacher: Franco Voglino, Annalisa Porporato und Nora Voglino
Autoren von Texten: Franco Voglino und Annalisa Porporato

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