Slow Trekking
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b - SLOW TREK - n.17 Antrona-Tal: DER ANTRONA-SEE

DIE FOLGENDE ROUTE BEZIEHT SICH AUF DAS BUCH "SLOW TREK" IM DISTRETTO TURISTICO DEI LAGHI MONTI E VALLI: ES IST IM PAPIERFORMAT IN DEN FREMDENVERKEHRSBÜROS DER GEGEND ERHÄLTLICH UND ALS E-BOOK IN DER SEKTION UNSERER WEBSEITE ABRUFBAR.

Ausflug zu den Überresten eines riesigen Erdrutsches aus alten Zeiten und nach einer entspannenden und großartigen Strecke am Seeufer, eine spektakuläre Passage „durch“ einen Wasserfall, wie in einem richtigen Abenteuerfilm!

Ausgangsort: Antronapiana (908 m)
Zielort: Lago di Antrona (1105 m)
Höchster Punkt: Sajont-Wasserfall (etwa 1145 m)
Höhenunterschied: Etwa 250 m insgesamt
Entfernung: 6,5 km insgesamt
Wanderzeit ohne Pausen: 2 Stunden und 30 Minuten insgesamt
Art der Pfads: gemischt (Wanderweg, Straße, Waldweg)
Wegweiser: weiß-rote Schilder
Wasser: Brunnen in Antronapiana und entlang des Wegs
Empfohlene Jahreszeit: Von Mai bis Oktober
Hinkommen: 22 km entfernt von Domodossola. Auf der Landstraße SS33, 6 km südlich von Domodossola, Abfahrt Villadossola, dann den blauen Schildern nach „Antrona“ folgen. Parkplätze an der Landstraße. – Mit dem Bus Linie Domodossola-Antrona, Haltestelle Antronapiana (www.comazzibus.com).
Informationen: Distretto Turistico dei Laghi – www.distrettolaghi.it; Gemeinde Antrona Schieranco – www.comune.antronaschieranco.vb.it; Berggemeinde Valli dell’Ossola – www.cmvo.it; Naturschutzgebiet Alta Valle Antrona – www.areeprotetteossola.it

die Tour

Antronapiana wird von der im 17. Jh. als Ersatz für die bei einem Erdrutsch zerstörte Pfarrkirche aus dem 13. Jh. errichteten mächtigen Kirche San Lorenzo überragt. Beim Verlassen der Ortschaft geht man Richtung Landstraße und nimmt den Steg, der direkt an der Bushaltestelle anfängt und auf einen Damm zwischen einem Kanal und dem Ovesca-Bach führt, wo sich ein hübscher Kinderspielplatz befindet (Brunnen). Nach der wohlverdienten Etappe geht es auf dem schmalen Weg auf dem Damm rechts des Ovesca-Bachs bis zur Eislaufbahn. Hier geht man auf einer unbefestigten Straße auf einen Weiler zu und lässt die Ortschaft hinter sich, um eine asphaltierte Straße zu erreichen. Hier geht man ein kurzes Stück nach rechts und schlägt dann den Saumpfad links (Schilder „Antrona Lago 0h40“) ein. Der gepflasterte Weg steigt entschieden an, bleibt aber immer angenehm im Schatten, bis man das Örtchen Cimallegra (1014 m) mit seinen Steinhäusern mitten in der Stille des Waldes erreicht. Ein weiterer kurzer Anstieg führt bei einem Wohnhaus (merkwürdiger Brunnen mit einem Monsterkopf!) wieder auf die Asphaltstraße. Man geht ein Stück an der Straße entlang, bis hinter einer Kurve ein Wanderweg etwas versteckt nach links abgeht (Schild „Antrona Lago“). Der Weg führt recht steil abwärts zwischen Steinen (weiß-rote Zeichen), in die Ebene angekommen, befindet man sich mitten im Wald. Eine idyllische Holzbrücke und eine friedliche Bank laden zum Meditieren ein. Hier, beim gemütlichen Plätschern des Bachs inmitten der Klänge der Natur sollte man sich eine Pause gönnen. Man geht nun weiter auf einem Weg mit unregelmäßigem aber interessanten Verlauf, zwischen den Resten eines alten Erdrutsches (weiß-rote Zeichen und Steinmännchen), bis man wieder auf die Asphaltstraße kommt. Nun geht es an der Straße weiter nach links bis zu einer Gaststätte, die den Antrona-See ankündigt, um den wir anschließend herumgehen.

Der Lago di Antrona ist ein natürlicher See, der allerdings durch einen kolossalen Erdrutsch am 27. Juli 1642 entstand. Von der Pozzuoli-Spitze rutschten 12 Millionen Kubikmeter Felsen ins Tal und bedeckten die Sohle auf einer Länge von über 2 Kilometern, bis zum Ortseingang von Antronapiana, wobei rund vierzig Häuser und leider Hunderte von Menschen verschüttet wurden.

Man kann in beide Richtungen um den See laufen, aber wir empfehlen den Uhrzeigersinn, denn der erste Teil verläuft ruhig auf unbefestigter Straße und ist breit und leicht zu gehen.

Um den See herum gibt es auch Holztische, doch man sollte sich sonntags bei gutem Wetter nicht darauf verlassen, denn dies ist ein sehr beliebter Ausflugsort und ein freies Plätzchen zu finden kann lange dauern. Man sollte sich am besten schon darauf einrichten, auf den Steinen am Ufer zu rasten, die man mit kleinen Abstechern vom Weg erreichen kann.

Man geht also hinter der Gaststätte auf dem Weg nach links, um diesen dann zu verlassen und auf einem unbefestigten Weg rechts zum Seeufer hinunterzugehen (Schilder „Giro del Lago“).

Von der Bar am Ende des Sees geht man ein Stück auf der Strada Antronesca, einer alten Verbindungsstraße, die über den Antronapass (2839 m) führt und das Ossola-Gebiet mit dem Schweizer Saastal verbindet. Die Straße gab es vielleicht schon zur Römerzeit, sie wurde bei dem großen Erdrutsch, der den See gebildet hatte, beschädigt und verlor durch den Bau der Napoleonstraße über den Simplonpass endgültig an Bedeutung.

Man geht immer weiter am Ufer entlang, bis man zu einer Brücke am Ende des Sees kommt, auf der man den Troncone-Bach überquert, der sich eindrucksvoll durch die Felsen windet. Nun wird der Pfad schmaler und über eine kurze steile Metalltreppe erreicht man eine Hängebrücke, die eine eindrucksvolle Passage durch den Sajont-Wasserfall ermöglicht, wo man einen ungewöhnlichen „Gesichtspunkt“ gewinnen kann, ein Abenteuer, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

Achtung: bei starkem Regen oder Gewitter sollte man diesen Weg nicht gehen, da der Wasserfall plötzlich anschwellen kann, auch im Winter bei Eis ist die Strecke nicht begehbar.

Am Ende des Metallstegs geht man auf dem Wanderweg mit abwechselndem Verlauf weiter, zunächst bergab, dann geht es leicht bergan und nach der ersten Gabelung, wo man sich rechts hält, entschieden abwärts wieder zum Wasser. Dann geht es am Ufer entlang eben weiter und zwischen großen Felsblöcke kommt man wieder zur Gaststätte zurück. Der Rückweg erfolgt auf demselben Weg.

weitere Informationen

Die Gemeinde
Die Gemeinde, zu der das Gebiet, durch das dieser Spaziergang geht, gehört, heißt Antrona Schieranco und entstand 1928 aus dem Zusammenschluss von Antrona Piana und Schieranco.
Akrobatische Steinböcke
Wer hat noch nie die unglaublichen Bilder der Steinböcke in prekärem Gleichgewicht an den steilen Wänden eines Staudamms gesehen? Die tollkühnen Paarhufer klettern an den steilen Wänden, wobei sie jeden noch so kleinen Vorsprung nutzen, um den den Salpeter abzulecken, der ihnen besonders schmeckt und für ihre Gesundheit wichtig ist. Nur Wenige wissen, dass der besagte Staudamm Cingino heißt und im Gebiet von Antrona liegt. Seit den Zwanziger Jahren gibt es zahlreiche Staudämme in diesem Gebiet, die zur Stromerzeugung verwendet werden (lange Wanderung: etwa 1200 Meter Höhenunterschied und 8 km allein der Hinweg von Antrona aus).
Viganella
Dieser Ort befindet sich an der Landstraße, die von Villadossola Richtung Antrona ansteigt. Wir möchten nur auf eine Besonderheit hinweisen. Hier haben die Bewohner, die es satt waren, drei Monate lang keine Sonne zu sehen, auf dem gegenüberliegenden Berg einen 40 Quadratmeter großen Spiegel aufgestellt, der das Sonnenlicht auf den Dorfplatz reflektiert.

Ratschläge zum Wandern mit Kindern

Man kommt mit dem Kinderwagen von Antronapiana bis zum See, wenn man nur auf der Asphaltstraße geht (an Sonntagen der Hochsaison nicht zu empfehlen). Man kann nicht um den gesamten See herumgehen und kommt nur bis zur Brücke über den Troncone.Bach. Kein Problem mit dem Kindertragerucksack, während Bauchtragen bei dem Stück über die Metallstege nicht zu empfehlen sind.

Wegmacher: Franco Voglino, Annalisa Porporato und Nora Voglino
Autoren von Texten: Franco Voglino und Annalisa Porporato

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