Torre Ferrerio
Der Renaissance-Turm, der die Eisenhändler ehrt
Der Turm von Ferrerio beherrscht die Dächer der Ortschaft Piedimulera und erhebt sich in der Nähe der sogenannten “Mulera“, des historischen Saumpfades, der in das Anzasca-Tal mit seinen Goldminen und weiter zum Moro-Pass führte.
Die Anlage mit eleganten Renaissanceformen hat einen rechteckigen Grundriss und erhebt sich über fünf Geschosse auf eine Gesamthöhe von rund 30 Metern. Es wird von einem charakteristischen Giebeldach bekrönt, das mit Steinplatten und Zinnen gedeckt ist, die an den vier Ecken sowie an der Spitze Kreuze tragen.
Im Inneren sind im obersten Geschoss bemerkenswerte profane Wandmalereien (Jagd-, Bankett- und mythologische Szenen) aus dem XVI. Jahrhundert erhalten. Dort befindet sich auch eine Inschrift, die den Bau auf die Jahre zwischen 1594 und 1597 datiert.
Auftraggeber des Turms war die Familie Ferreri, wohlhabende Eisenunternehmer. Er diente als Zollstation zur Erhebung von Abgaben, eine Funktion, die 1598 vom Feudalherrn Renato Borromeo genehmigt wurde. Diese Nutzung bestand bis 1768, als die Zölle von der savoyischen Regierung abgeschafft wurden. Anschließend wurde der Turm als Lagerhaus verwendet.
Nach Jahren des Verfalls wurde das Gebäude von der Gemeinde Piedimulera für kulturelle und Ausstellungszwecke als Leihe übernommmen. Heute beherbergt es das mineralogische Museum Lithothek.
Der Turm ist sowohl von der Straße aus mit dem Auto als auch zu Fuß vom alten Saumpfad hinauf ins Anzasca-Tal gut sichtbar. Das Innere kann während der Öffnungszeiten des Museums Lithothek oder nach vorheriger Anfrage besichtigt werden
© Susy Mezzanotte