Verlorene Burgen zwischen Seen und Bergen

In den Jahrhunderten des Frühmittelalters, parallel zu und vielleicht noch vor jenen auf den Anhöhen, entstanden befestigte Anlagen auf Seeinseln. Diese geografischen Umgebungen waren aufgrund ihrer Lage sicher und abgeschieden. In den meisten Fällen führten jedoch die späteren Ereignisse zum Abriss der Burganlagen, sodass unsere Inseln heute eher für ganz andere Arten von Bauwerken bekannt sind. Im Folgenden bieten wir Ihnen einen kurzen Überblick über diese verschwundenen Burgen.

DIE BURG DER INSEL SAN GIULIO
Das erste und am besten dokumentierte Beispiel einer Inselburg ist das sogenannte castrum de Insula Sanctii Julii, das sich bis 1840 im Zentrum der Insel San Giulio im Ortasee befand.
Wir wissen, dass die Insel bereits in byzantinischer Zeit befestigt war, da sich während der Gotenkriege (553) der Bischof von Novara, Filacrio, in Gefahrensituationen dorthin flüchtete.  
In der langobardischen Epoche scheint die Insel Sitz eines Herzogs gewesen zu sein. Die erste schriftliche Erwähnung einer richtigen Burg stammt aus dem Jahr 911; aus einer Urkunde des Königs Berengar I. geht nämlich hervor, dass sie zum Besitz des Bischofs von Novara, Leone, gehörte.
In der Mitte des X. Jahrhunderts wurde die Festung erneut in einem Diplom des Kaisers Otto I. sowie in der Vita des Abtes Wilhelm von Volpiano erwähnt. In dieser Zeit stand das castrum im Mittelpunkt bedeutender Ereignisse: Berengar II. entriss das castrum den Bischöfen von Novara und machte es zu seinem Sitz sowie zum Zentrum des Aufstands gegen den sächsischen Kaiser. Die Burg wurde Berengars tatkräftiger Gemahlin, Königin Willa, anvertraut. Otto I. eroberte sie im Jahr 962 zurück und übergab sie erneut den Bischöfen von Novara. Während dieser Belagerung wurde auf der Insel der spätere Abt Wilhelm von Volpiano geboren, Sohn des adligen Heerführers Robert von Volpiano und seiner Frau Perinzia, treue Anhänger Berengars. Als Zeichen des Wohlwollens gegenüber dem Feind übernahm Otto I. selbst die Patenschaft bei der Taufe.
Nach den Ereignissen am Ende des X. Jahrhunderts wurde die Burg häufig als Zufluchtsort für die Bischöfe von Novara erwähnt; im Jahr 1006 hielt sich dort Pietro III. auf und im Jahr 1056 erneut Oddone.
Im XII. Jahrhundert verlor die Anlage zunehmend ihre militärische Bedeutung und wurde nun meist im Zusammenhang mit der Pfarrkirche und den dort ansässigen Kanonikern genannt. Die Insel, die zuvor in ihrer Gesamtheit als castrum galt, wurde nun in Wohnbereiche für die Kanoniker und einen “domignono”, also einen befestigten Bischofspalast, der sich auf ihrer Anhöhe erhebt, unterteilt.
Die Struktur der Burg ist in der historischen Ikonographie und in den Karten des Theresianischen Grundbuchs (1722) dokumentiert.
Im Jahr 1840 wurde die Burg auf Wunsch des Bischofs Morozzo abgerissen. An ihrer Stelle ließ er ein Priesterseminar errichten, das heute als Benediktinerinnenkloster dient.

DIE BURGEN DER BOFROMÄISCHEN INSEL
Es gibt urkundliche Hinweise auf das Vorhandensein einer Burg auf der ISOLA MADRE, die im Mittelalter Insel S. Vittore genannt wurde, da sich dort neben dem castrum auch eine Taufkirche, die diesem Heiligen geweiht war, befand.
Die Burg, vermutlich spätantiken Ursprungs, wird erstmals im Jahr 998 im Testament von Bischof Liutefredo von Tortona erwähnt. Die Insel hingegen war jedoch bereits seit dem IX. Jahrhundert Lehensbesitz des Vasallen Eremberto, Graf von Massino. Im Jahr 1014 wurde sie vom Kaiser Heinrich II. dem Kloster San Felice in Pavia überlassen. 
Nachdem Lancillotto Borromeo die Insel 1501 mit Genehmigung des Bischofs von Novara in ewiger Erbpacht erworben hatte, blieben Kirche und Baptisterium zunächst erhalten und wurden weiterhin genutzt. Doch bereits im Jahr 1503 gestattete der Bischof mit päpstlicher Zustimmung der Familie Borromeo, diese “einer profanen Nutzung zuzuführen”. Daraufhin wurden sie abgerissen. Die Befestigungsanlage wird in den Quellen nicht erwähnt; es ist jedoch anzunehmen, dass auch sie entweder abgetragen und/oder in den späteren Palazzo Borromeo integriert wurde.
Umfassender und differenzierter sind die Zeugnisse zum castrum der KLEINEN INSEL SAN GIOVANNI. Die Burg wird erstmals im Jahr 999 in einer Urkunde Kaiser Ottos III. ausdrücklich genannt und als Castellum Sancti Angeli bezeichnet. Dieser Name entspricht der alten Bezeichnung der Insel, die wegen einer dort befindlichen Kirche, die dem Erzengel Michael geweiht war, Insel Sant’Angelo hieß. Das zugehörige Baptisterium war Johannes dem Täufer gewidmet. Letztgenannte Widmung hat sich im heutigen Namen der Insel erhalten.
Im Jahr 1152 bestätigte ein Privileg von Friedrich Barbarossa den Grafen Da Castello Manfredo, Cavalcasella, Ardizzone und Crollamonte den Besitz der Burg auf der Insel Sant’Angelo. Diese übten das Recht der Steuererhebung über den gesamten Gerichtsbezirk von Pallanza aus. Die Herrschaft der Lehensherren Da Castello endete 1223, als das Dorf Pallanza von der Gemeinde Novara erobert wurde.
Von diesem Zeitpunkt an ging die kleine Insel in den Besitz der Kirche San Leonardo über, deren Kanoniker weiterhin die Gottesdienste in der dortigen Kirche feierten.
Im Jahr 1632 schlossen die Kanoniker von Pallanza mit Giulio Cesare Borromeo einen Vertrag über die ewige Erbpacht der kleinen Insel ab. Damit geriet die kleine Insel, wie auch die Isola Madre und die Isola Bell, in den Einflussbereich der mächtigen Familie. Im XVIII. und XIX. Jahrhundert nahmen die Borromeo bauliche Veränderungen und Modernisierungen an den Anlagen, die von ihnen an verschiedene Persönlichkeiten als Sommersitz vermietet wurden, vor. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts untersagten die Borromeo den Kanonikern von Pallanza die Feier von Gottesdiensten in der Kirche und im Jahr 1926 erhielten sie von der Diözese die Genehmigung, diese in einen privaten Raum umzuwandeln. 
Im XIX. Jahrhundert erwähnte Agostino Viani in seinem historischen Werk über Pallanza noch Überreste der Burg und ihrer Türme, die einen großen Teil der Insel einnahmen. Noch heute zeugen die mächtigen Fundamentstrukturen, die in die Villa Borromeo integriert sind, davon, dass diese unter Verwendung der Mauern der ehemaligen Burg errichtet wurde. Ein Raum mit Apsis, heute Teil der privaten Villa, war einst die Kirche Sant’Angelo.
 

WEITERE ORTE
 •    Castello Visconteo - Massino Visconti

Von der ursprünglichen Befestigungsanlage, die an der Stelle eines alten Klosters von der Familie Visconti, welche seit 1139 als Feudalherren amtierte, errichtet und später umgebaut und erweitert wurde, ist heute nur noch ein Turm, der zentrale Zwinger, einer von ursprünglich vier Türmen, erhalten. Er ist von außen zu besichtigen und befindet sich in Privatbesitz.

  • Castellaccio di Brovello – Brovello Carpugnino
    Auf der Anhöhe von Brovello, genannt „Scarlasc“ (Castellaccio), bewahren sich die bescheidenen Überreste einer komplexen Befestigungsanlage, die Gegenstand archäologischer Untersuchungen ist. Es handelt sich um eine Burg mit umfriedetem Bereich, vermutlich mittelalterlichen Ursprungs, der als Zufluchtsort für Menschen und Güter in Gefahrensituationen diente. Das Areal ist Gemeindeeigentum und zu Fuß erreichbar; sichtbar sind verfallene Mauerreste und ein kleiner Turm, der später zu einem Lagerraum umgebaut wurde.

  • Castello Moriggia - Frino di Ghiffa
    Die ursprüngliche Burg aus dem XV. Jahrhundert war Sitz der feudalen Macht der Familie Moriggia, die das Gebiet 1447 von den Visconti als Lehen erhielt. In Panoramalage im Ortsteil Frino gelegen, wurde sie später zu einer herrschaftlichen Residenz umgebaut und zuletzt als Hotel genutzt. Von außen zu besichtigen, befindet sie sich in Privatbesitz.

  • Torre e castello “Al Sasso” - Mergozzo
    Auf dem Gipfel der Ortschaft Sasso bewahren sich, in ein jüngeres Gebäude integriert, Elemente eines etwa 10 Meter hohen Wachturms, der den Weiler und den See überwachte. Er wurde möglicherweise im XI. Jahrhundert von der Familie Da Castello, den Feudalherren der Bassa, errichtet. Die erhaltenen Strukturen sind in verschiedene private Gebäude integriert.

  • Resti del Castello di Montorfano - Mergozzo
    Einige mächtige Mauerreste an den Ausläufern des mittelalterlichen Ortskerns von Montorfano sind Überreste einer Burg, die in historischen Quellen (Paolo Morigia) erwähnt wird und bis ins XVII. Jahrhundert sichtbar war. Verfallene Abschnitte der Mauer sind entlang des Wanderweges, der oberhalb des Ortes verläuft, zu sehen.

  • Castello di Cerro - Gravellona Toce
    In einem Bereich neben der romanischen Kirche San Maurizio, inmitten von Gemüsegärten und einer Gruppe von Wohnhäusern, haben sich Mauerreste, darunter eine massive Mauer in Bruchsteinmauerwerk, erhalten. Sie gehörten zu einer Wehrburg, die erstmals 1023 erwähnt wurde und den Grafen Da Castello gehörte. Die Ruinen sind vom Platz neben der Kirche und dem Friedhof von Gravellona Toce aus sichtbar.

  • Castello di Beura – Beura Cardezza
    Es handelt sich um einen massiven Turm im historischen Ortskern von Beura. Er ist als Castello bekannt und ins XIV.– XV. Jahrhundert datierbar. Obwohl er bereits 1599 zu einem Wohnhaus umgebaut wurde, sind die spätmittelalterlichen Baumerkmale gut erkennbar. Die Burg ist von außen zu besichtigen und befindet sich heute in Privatbesitz.

  • Castello di Trontano
    So wird einer der Ortsteile genannt, der auf einem Felsenhügel liegt und sich um eine Befestigungsanlage gruppiert, die im XIII. Jahrhundert als Residenz der Grafen de Salatis entstand. Durch spätere Umbauten blieb sie stets Wohnhaus und bewahrte ihren burgartigen Charakter. Da es sich um ein Privathaus handelt, sind die Innenräume nicht zu besichtigen. Man kann sie jedoch entlang des Wanderwegs zwischen den Ortsteilen von Trontano bewundern.

  • Castello di Rencio - Crodo
    Am Rand des Ortsteils Rencio sind auf einem Felssporn die eindrucksvollen Ruinen einer Burg sichtbar, die um das Jahr 1000 errichtet wurde. Sie bestand aus zwei Türmen, die durch eine Ringmauer, in der sich das Zugangstor befand, miteinander verbunden waren. Der Hügel ist heute aufgrund Steinbrucharbeiten nicht mehr zugänglich. Die Überreste der Burg sind jedoch gut von der Straße durch das Valle Antigorio aus sichtbar.

  • Castello di Vallaro - Villette
    Im oberen Teil des Dorfes, genannt Vallaro, hat sich ein Mauerabschnitt mit einem Spitzbogenportal, über dem sich eine ebenfalls spitzbogige Monofora befindet, erhalten. Es handelt sich um Überreste einer Befestigungsanlage, die vermutlich im XI. Jahrhundert von mächtigen lokalen Familien zum Schutz der Straße errichtet wurde. Die Elemente der Burg sind im historischen Ortskern von Villette sichtbar.

  • Castello di Lomese - Montecrestese
    Im Ortskern von Lomese wurde ein robuster, vierstöckiger Bau aus lokalem Stein als Burg identifiziert, dessen architektonische Merkmale ins XII. Jahrhundert datieren. Bemerkenswert ist das Portal mit monolithischem Architrav. Die verfallene Struktur ist von außen zu besichtigen.

  • Castello di Castelluccio - Montecrestese
    Auf einem felsigen Hügel mit Blick auf die Ebene des Toce, genannt Castelluccio, befindet sich eine umfriedete Burg, von der ein hoher, von Mauern umgebener in Trümmern liegender Turm und Mauerreste erhalten sind. Auf einem Eckstein des Turms ist eine Gravierung zu erkennen, die den Grundriss der Burganlage aus einer ungewöhnlichen Vogelperspektive zeigt. Die Turmruine ist über einen kurzen Spaziergang erreichbar.

  • Torraccia di Cavandone - Verbania 
    In isolierter Panoramalage an den Hängen des Monte Rosso steht ein Turm, der vermutlich im XI.– XII. Jahrhundert von den Feudalherren Da Castello errichtet wurde. Restauriert und zu einem Wohnhaus umgebaut, ist er von außen zu besichtigen. Man erreicht ihn entlang des Wanderwegs Suna–Cavandone.

  • Torre “La Darbia” - Ameno
    Der Turm mit architektonischen Merkmalen des XII.-XIII. Jahrhunderts liegt auf einem Aussichtsplateau mit Blick auf den Ortasee. Das gut restaurierte Bauwerk ist Privatbesitz und Teil der touristischen Anlage mit Residence und Restaurant “La Darbia”.

  • Torre della Guardia - Ornavasso
    Auf einem Hügel in dominanter Lage steht ein alter, fünfstöckiger Turm (18 m hoch), der vermutlich im XIII. Jahrhundert von der Familie Barbavara d’Ornavasso errichtet wurde. Das nahe barocke Heiligtum Madonna della Guardia, das viele Jahrhunderte später errichtet wurde, wurde später nach ihm benannt. Der Turm ist von der Straße sowie vom Wanderweg Ornavasso–Boden aus sichtbar.

  • Torre di Cencio – Pieve Vergonte 
    Der Turm befindet sich im Dorf Cencio an der Straße nach Fomarco, in dominanter Lage über dem Toce-Tal. Die Bauweise weist auf eine Datierung ins XVI. Jahrhundert hin. Vermutlich diente er der Erhebung von Zöllen und Abgaben. Das Gebäude wurde restauriert und wird heute als Wohnhaus genutzt.

  • Torre di Cimamulera - Piedimulera
    Entlang der alten Handelsstraße (Strà Granda), die das Anzasca-Tal mit der Schweiz verbindet, liegt dieser quadratische Turm mit drei Geschossen aus dem XV.-XIV. Jahrhundert. Er wurde restauriert und dient heute als Privathaus. Er ist von außen zu besichtigen.

  • Torre di Bulfer - Vogogna
    An den Hängen oberhalb von Prata und Cuzzego gelegen und über einen Wanderweg erreichbar, dominiert der Turm das Tal. Der besondere Name verweist auf die Familie Ferrari di Piedimulera, die seinen Bau förderte und die für die Kennzeichnung des für das Herzogtum Mailand bestimmten Eisens und daher “Bul-fer” (Bolla-ferro) genannt, zuständig war. Er geht vermutlich auf das XV.-XVI. Jahrhundert zurück.

  • Torri di Cardezza – Beura Cardezza
    Entlang der Straße auf den Hängen des Toce-Tals nach Cardezza befinden sich zwei Türme sowie zwei weitere im Ort. Es liegen keine gesicherten historischen Daten über ihre Entstehung vor; man vermutet jedoch eine Entstehung im XV. Jahrhundert. Heute werden sie als Privathäuser genutzt.

  • Torre e casaforte Ferrari a Beura – Beura Cardezza
    Der Komplex aus Turm und kleinem Palast/Wehrhaus liegt im historischen Ortskern von Beura. Die in architektonische Elemente eingravierten Jahreszahlen 1427 und 1465 sowie die Wappen der Familien Ferrari und Visconti belegen eindeutig die Bauzeit und die wahrscheinlichen Auftraggeber, die Ferrari, lokale Honoratioren im Dienst des Herzogtums Mailand. Nach der Restaurierung beider Anlagen dienen diese heute als Privatwohnungen.

  • Casaforte di Lancino – Bannio Anzino 
    Oberhalb des Ortsteils Pontegrande gelegen, zur Kontrolle der Straße ins Anzasca-Tal, datiert dieses Wehrhaus ins XVI.-XVII. Jahrhundert.

  • Castello di Masera – Masera
    Auf der Anhöhe über der Ortschaft am Eingang zum Valle Vigezzo, Ortsteil “ai Castelli“, steht dieser hohe Turm mit Podium-Umfassungsmauer aus dem XIII. Jahrhundert. Die Anlage ist verlassen, aber gut sichtbar und kann über einen Wanderweg erreicht werden.

  • Torre di Creggio – Trontano
    Der Turm ist in isolierter, dominanter Lage gelegen. Er wurde im XII. Jahrhundert erbaut und im XV. Jahrhundert zur Abwehr der häufigen Einfälle durch die Walliser umgebaut. Einer Volkstradition zufolge diente er im XIII. Jahrhundert dem Ketzer Fra Dolcino als Zuflucht. Heute ist er ein Privathaus und von außen entlang des Rundwanderwegs zwischen den Weilern von Trontano zu betrachten.

  • Torre campanaria – Trontano
    Ein mächtiger Turm aus dem Jahr 1000, belegt durch eine Inschrift im Mauerwerk, steht auf einem Hügel nahe der romanischen Kirche Santa Maria a Trontano. Aufgrund seiner Nähe zum Sakralkomplex wurde er nach Aufgabe als Verteidigungsfunktion als Glockenturm genutzt – eine Funktion, die er bis heute erfüllt. Er ist von außen zu besichtigen.

  • Torre di Rambolone – Bognanco
    Auf einem Felsvorsprung entlang des Saumpfades zum Ortsteil Pizzanco erhebt sich der vierstöckige, 11 m hohe Turm über das gesamte Bognanco-Tal. Die sorgfältig behauenen Steinquader deuten auf eine Datierung ins XIV. Jahrhundert hin.

  • Casa forte di Veglio– Montecrestese
    Die Casa Forte di Veglio, auch bekannt als Castello dei Picchi, wurde im XV. Jahrhundert von den Feudalherren De Rodis zur Kontrolle des Zugangs zum Valle Antigorio errichtet. Heute ist sie eine imposante und eindrucksvolle Ruine und über einen Wanderweg ab Pontemaglio erreichbar. 

  • Torre di Ardignaga – Crevoladossola
    Der 16 m hohe Turm, dessen einziger Zugang ursprünglich ein erhöhtes Tor war, befindet sich im kleinen Dorf Ardignaga. Er ist seit dem XIII. Jahrhundert dokumentiert und dank der Restaurierungsarbeiten durch die Gemeinde Crevoladossola gut erhalten. Er ist von außen zu besichtigen und kann mit einem kleinen Spaziergang leicht erreicht werden.

  • Casaforte di Rido – Crevoladossola
    In dominanter Lage gelegen, wurde die Casaforte di Rido im XV. Jahrhundert von der mächtigen Familie Della Silva errichtet. Es handelt sich um eine komplexe Festungsanlage mit Torturm, einen zentralen Zwinger und Ringmauern. Sie kann von außen besichtigt werden und befindet sich in Privatbesitz.

  • Torre di Rondola – Crodo
    Der Turm im Ortsteil Rondola, typologisch ins XV. Jahrhundert datierbar, ist hoch aufragend und mit einem hölzernen Wehrgang bekrönt. Dank jüngster Restaurierungen ist er gut erhalten und wird er heute als Wohnhaus genutzt. Er kann von aßen besichtigt werden und ist über den Wanderweg Crodo–Mozzio erreichbar.

  • Torre di Cristo – Premia
    Der Turm ist mit den Feudalherren De Rodis verbunden und ins XV. Jahrhundert datierbar. Es handelt sich um einen 13 m hohen Turm aus Serizzo-Blöcken. Er ist gut erhalten und befindet sich in Privatbesitz. Die Innenräume können nicht besichtigt werden. Er liegt im Ortsteil Cristo.

  • Torre Simonis - Santa Maria Maggiore
    Der Turm Simonis, auch Torre de Rubeis genannt, nach der ersten Besitzerfamilie, stammt aus dem XIV. Jahrhundert. Er liegt im historischen Zentrum von Santa Maria Maggiore und wird bis heute von der Familie Simonis bewohnt. Er ist hervorragend erhalten, allerdings sind die Innenräume nicht zugänglich.

  • Antiche mura borromee ad Arona
    Die Restaurierungsarbeiten im Jahr 2017 legten einen Abschnitt der Mauern, die den Ort zum See hin schützten, frei. Sie wurden im XV. Jahrhundert errichtet und in napoleonischer Zeit abgetragen. Der freigelegte Abschnitt ist heute entlang der Seepromenade sichtbar.

  • Porta e resti delle mura medievali di Omegna 
    Im historischen Zentrum von Omegna haben sich einige Reste der Stadtmauer und eines befestigten Tores aus dem XII. Jahrhundert erhalten. Die Ruinen wurden durch eine konservierende Restaurierung durch die Gemeinde Omegna gesichert.

  • Rovine di muraglione loc. Borgaccio di Pieve Vergonte
    Eine massive Befestigungsmauer, bekannt als "Muro del Borgaccio", liegt in der Ebene von Pieve Vergonte nahe dem Toce. Der mündlichen Überlieferung zufolge handelt es sich um die Überreste einer antiken Siedlung, die durch Überschwemmungen zerstört wurde. Jüngste archäologische Untersuchungen haben weitere vergrabene Reste identifiziert und die Hypothese einer verschwundenen mittelalterlichen Siedlung aufgestellt.