Torre di Battiggio
Eine Bastion der Goldroute
Der Turm steht isoliert an einer strategischen Lage am Wildbach Anza entlang des alten Weges hinauf in das Anzasca-Tal, genannt Stra’ Granda. Er ist etwa 15 Meter hoch, quadratisch im Grundriss und besteht aus Mauern aus behauenen lokalen Steinen, Kieseln und Findlingen. Das Gebäude verfügt über ein Untergeschoss und erstreckt sich über vier Geschosse. Drei Tore führten nach außen, einige erhöht und über einziehbare Leitern erreichbar, während Schießscharten auf die Verteidigungsfunktion hindeuten. Über das Datum und den Grund der Errichtung ist nichts bekannt. Es wird vermutet, dass der Turm von örtlichen Adligen als Zufluchtsort oder als Straßenkontrollpunkt und Zollstation erbaut wurde. Analysen der Mauern im Rahmen der Restaurierungsarbeiten durch die Gemeinde deuten auf eine Datierung ins Hochmittelalter hin. Der Historiker Giovan Battista Fantonetti erwähnt in einer Veröffentlichung von 1846 einen Architrav mit der Jahreszahl 1408. Volkslegenden setzen den Turm mit der Familie des mächtigen herzoglichen Feldherrn Facino Cane (1360–1412) in Verbindung, der im Tal Minen betrieb, Gold abbauen ließ und Münzen prägte. Der Turm wurde 2011 durch die Erneuerung des obersten Stockwerks und des Daches restauriert. Heute dient er als Ausstellungs- und Veranstaltungsort.
Der Turm ist nur zu Fuß über einen Pfad, der von der Staatsstraße Richtung des Ortsteils Battiggio abzweigt, erreichbar. Die Innenräume können anlässlich von Ausstellungen und Veranstaltungen besichtigt werden. Der Turm liegt am Wanderweg Stra’ Granda, der das Anzasca-Tal hinaufführt.
Credit © Susy Mezzanotte