Slow Trekking
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b - SLOW TREK - n.14 Ossola: DER HISTORISCHE WANDERWEG IN VOGOGNA

DIE FOLGENDE ROUTE BEZIEHT SICH AUF DAS BUCH "SLOW TREK" IM DISTRETTO TURISTICO DEI LAGHI MONTI E VALLI: ES IST IM PAPIERFORMAT IN DEN FREMDENVERKEHRSBÜROS DER GEGEND ERHÄLTLICH UND ALS E-BOOK IN DER SEKTION UNSERER WEBSEITE ABRUFBAR.

Ein Spaziergang durch die Geschichte und die charakteristischen Gassen von Vogogna, um dann zu den Resten einer Burg hinauf zu steigen, wo man ein noch lebendiges Mittelalter spüren kann.

Ausgangsort: Vogogna Rathaus (222 m)
Zielort: die Burg (323 m)
Höchster Punkt: 392 m
Höhenunterschied: 180 m, nur Hinweg
Entfernung: 1,5 km, nur Hinweg
Wanderzeit ohne Pausen: 45 Minuten, nur Hinweg
Art der Wege: gemischt (Wanderweg, asphaltierte und gepflasterte Straße, Waldweg)
Wegweiser: weiß-rote Schilder und Zeichen
Wasser: Brunnen in Vogogna und auf dem Picknickplatz
Empfohlene Jahreszeit: ganzjährig, wenn kein Schnee liegt
Wie man hinkommt: mit dem Auto 15 km von Domodossola, große Parkplätze gegenüber dem Rathaus und beim Theater. Mit dem Bus: verschiedene Linien, Haltestelle Vogogna Gabelung FS (www.comazzibus.com). Mit der Bahn: Bahnhof FS Vogogna (www.trenitalia.it)
Informationen: Distretto Turistico dei Laghi www.distrettolaghi.it; Gemeinde Vogogna www.comune.vogogna.vb.it

Die Tour

Von den Parkplätzen geht man, links am Rathaus vorbei, ein kurzes Stück an einer Straße bis man zur gepflasterten Via Rimembranza kommt, die leicht ansteigend zu der neugotischen Kirche Sacro Cuore di Gesù, Ende 19. Jh. führt (in der Nähe befinden sich ein Brunnen und eine der vielen Lehrtafeln, an denen man auf dem Weg vorbeikommt). Neben dem Gebäude kann man einen Bereich erkennen, der einem Theater ähnelt, hier befand sich die alte Pfarrkirche, die 1975 eingestürzt ist und von der nur das Portal bleibt, das in den neuen Glockenturm eingegliedert wurde. Von der Kirche aus kommt man über eine Brücke zum ehemaligen Ortseingang, zur Via Roma (Holzschild „Sentiero Natura“ La Rocca), an dieser Straße entlang kann man die historischen Gebäude mit Balkons aus dem 18. Jh. und die mittelalterlichen Arkaden bewundern, wie die der „Casa del Gabelliere“ (Haus des Zöllners). Es ist zu bemerken, dass alle Wege mit Flusskieseln gepflastert sind. Man erreicht dann den Palazzo Pretorio, ein Gebäude von 1348, das im Stil eines typisch lombardischen Broletto (Ratsgebäude) erbaut wurde, d. h. erhöht über dem Platz, sodass bei Regen der Austausch von Waren und Informationen geschützt ablaufen konnte. Bis 1819 war es Sitz der Regierung des unteren Ossola-Tals. Drumherum befinden sich einige herrschaftliche Paläste wie die Villa Biraghi (1650), das heutige Verwaltungsgebäude des Naturschutzgebiets Val Grande. Wenn man möchte, kann man noch ein Stück weitergehen, bis man zu einer Verbreiterung kommt, wo sich das zweite Dorftor befand und man die Rückseite der Casa Marchesa, eines alten Gebäudes von Vogogna aus dem Jahr 1350 bewundern kann. Man geht dann nach rechts, durch die sehr enge Via Sotto le Mura, die an den ehemaligen Befestigungsmauern entlang verläuft. Wenn man rechts Via Teatro oder Via della Motta einschlägt, oder der Straße bis zum Ende folgt, kommt man wieder in die Via Roma und zum Palazzo Pretorio zurück. Von hier aus geht man nach links die Stufen hinauf, die zum Castello Visconteo führen, von der man schon den mächtigen großen Turm sieht, der sich über den ganzen Ort erhebt. Die Visconti-Burg geht auf das Jahr 1348 zurück und war zuerst Militär- und Verwaltungszentrum des unteren Ossola-Tals, aber auch Gefängnis (bis 1914), heute ist sie Museum und Ort für kulturelle Veranstaltungen. Während man die große Burg umrundet und unter der Befestigungsmauer entlang geht, die sich zur Rechten erhebt, kommt man zu einer Brücke, wo man den nach rechts ansteigenden Saumweg einschlägt. Bei einem einzelnen Gebäude angekommen, geht der Saumweg sehr steil bergauf weiter bis zu einem einzigartigen Aussichtspunkt mit Blick auf die Burg. Man erreicht so den Ortsteil Genestredo (354 m), wobei man an einem interessanten, in den Boden eingelassenen Waschbrunnen vorbeikommt. In der Ortsmitte, wo sich eine Überdachung und ein Brunnen befinden (kein Trinkwasser), geht man nach rechts (Schild La Rocca A34a) auf einem Waldweg, auf dem man gemächlich eine Furt erreicht. Nach der Überquerung steigt man auf einer Treppe schnell an, diese wird dann fast eben und führt erst zu einem Picknickplatz mit Tischen, Brunnen und Grillplätzen und dann zum Turm der Ruine aus der Langobardenzeit. Sie wurde 1514 zerstört, vom Turm bleibt nur noch Reste (ein Schild warnt vor Steinschlag). Der Zugangsweg ist einladend, aber es lohnt sich nicht, denn die schönste Seite des Gebäudes ist die vor der Sie gerade stehen.

Weitere Informationen

Das Qualitätssiegel „I Borghi più Belli d’Italia“
Man muss wissen, dass der Ort Vogogna wegen seines wertvollen kunsthistorischen Erbes und der wirksamen Erhaltung der Bauwerke schon seit langem die Auszeichnung als einer der schönsten Orte Italiens für touristische Qualität erhalten hat (www.borghipiubelliditalia.it).

Die Keltenmaske
Im Ort Dresio, ein wenig außerhalb von Vogogna in Richtung Domodossola befindet sich das Oratorium San Pietro, die erste Pfarrkirche der Gemeinde, aus der Langobardenzeit mit Fresken aus dem 15. Jh. Neben dem Gebäude werden Sie einen Brunnen, mit einer interessanten Maske aus dem 1.–2. Jh. v. Chr. bemerken, die sogenannte „Keltenmaske“. Diese ist eine Nachbildung, das Original befindet sich im Palazzo Pretorio.

Ratschläge zum Wandern mit Kindern

Befahrbar mit Kinderwagen nur innerhalb der Ortschaft, man kann mit dem Panorama-Fahrstuhl zum Castello fahren (nur zu den Öffnungszeiten). Großer Kinderspielplatz vor dem Rathaus.

Ausarbeitung der Strecke: Franco Voglino, Annalisa Porporato und Nora Voglino
Texte: Franco Voglino und Annalisa Porporato

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