Slow Trekking
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b - SLOW TREK - n.11 Lago Maggiore: DER VÖLKERWEG VON CANNOBIO NACH CANNERO RIVIERA

DIE FOLGENDE ROUTE BEZIEHT SICH AUF DAS BUCH "SLOW TREK" IM DISTRETTO TURISTICO DEI LAGHI MONTI E VALLI: ES IST IM PAPIERFORMAT IN DEN FREMDENVERKEHRSBÜROS DER GEGEND ERHÄLTLICH UND ALS E-BOOK IN DER SEKTION UNSERER WEBSEITE ABRUFBAR.

Eine gerade Strecke, die von Cannobio durch grüne Wälder und eindrucksvolle Dörfer auf den alten gepflasterten Wegen, die früher die normale Verbindung darstellten, Minikreuzfahrt mit dem Boot zurück.

Ausgangsort: Cannobio (200 m)
Zielort: Cannero Riviera (200 m)
Höchster Punkt: Molineggi (500 m)
Höhenunterschied: Etwa 350 m, nur Hinweg
Entfernung: 7,5 km nur Hinweg
Wanderzeit ohne Pausen: 2 Stunden und 30 Minuten, nur Hinweg
Art der Wege: gemischt (Wanderweg, asphaltierte Straße, Waldweg)
Wegweiser: gelbe Schilder „Via delle Genti“; weiß-rote Schilder „Cannero“; weiß-rote Zeichen
Wasser: Brunnen in den Ortschaften
Empfohlene Jahreszeit: ganzjährig, wenn kein Schnee liegt
Wie man hinkommt: Cannobio liegt 26 km entfernt von Gravellona Toce. Großer Parkplatz am Viale San Carlo Borromeo (sonntags kostenpflichtig). Mit dem Bus: Linie 3 Verbania–Brissago (www.vcotrasporti.it). Mit dem Schiff: Linien Arona–Locarno und Locarno–Arona (www.navigazionelaghi.it).
Informationen: Distretto Turistico dei Laghi www.distrettolaghi.it; Fremdenverkehrsbüro IAT – Largo alla Chiesa 3, im Palazzo Parasio, Cannobio, www.procannobio.it; Gemeinde Cannobio www.comune.cannobio.vb.it; Fremdenverkehrsbüro IAT – Via Orsi 1, Cannero Riviera, www.cannero.it; Gemeinde Cannero Riviera www.comune.canneroriviera.vb.it

Die Tour

Am Parkplatz oder an der Anlegestelle ist man nur wenige Schritte von der Wallfahrtskirche Cannobio entfernt, die sicher einen Besuch wert ist.
1523 stand an dieser Stelle das Haus der Familie Tommaso Zaccheo, wo sich ein kleines Gemälde auf Pergament befand. Diese Christus-Darstellung in einer Pietà begann in jenem Jahr zu bluten. Die Räume im oberen Stockwerk wurden zu einer ersten Kapelle umgebaut, in welcher der Heilige Karl Borromäus seine letzte Messe zelebrierte. Derselbe wünschte den Bau der Wallfahrtskirche, die zwischen 1575 und 1614 errichtet wurde.
Von der Kirche führt eine kurze Treppe zur Seepromenade hinunter, an der sich die Lokale aneinander reihen und man nach wenigen Schritten den Bootsanleger erreicht. Man folgt der schönen breiten Uferpromenade der Piazza Indipendenza, um dann die Via Marconi hinauf zu steigen (Schilder „Centro Storico“). An der Kreuzung mit Via Umberto I kann man den Brunnen und die Fresken unter den Arkaden links neben dem Palazzo Pironi aus dem 16. Jh. bewundern. Nun geht es rechts in die Via Umberto I, eine angenehme Fußgängerstraße mit vielen Läden und Gaststätten, um dann die Fahrstraße zu überqueren und am schönen Palazzo Parasio von 1291 (Brunnen) vorbeizukommen, hinter dem sich der romanische Glockenturm von San Vittore befindet, in dessen Erdgeschoss das Fremdenverkehrsbüro liegt. Man geht nun geradeaus durch die Via Antonio Giovanola, die zwar keine Fußgängerstraße mehr, aber nicht sehr stark befahren ist. Dann geht es links in die schmale Via G. M. Giovanola, die nun gepflastert ist und an einem großen quadratischen Waschbrunnen vorbeiführt. Nachdem man eine asphaltierte Straße überquert hat, geht es noch ein Stück geradeaus weiter bis zu einer Gabelung. Hier nimmt man den rechten Weg bergan (weiße Schilder „Casali Bagnara“ und „Casali Roccolo“, weiß-rote Zeichen) und kommt zu einer weiteren Kreuzung mit den Schildern des Wanderwegs. Hier geht man links weiter (weiß-rotes Schild „Cannero“ und gelbes Schild „Via delle Genti“). Die asphaltierte Straße wird eng und sehr steil bis zu einer Verbreiterung, die als kleiner Parkplatz dient, und geht erst als Wanderweg und dann als schön gepflasterte Straße weiter recht entschieden bergauf, vorbei an einem Bildstock aus Stein und den Einzäunungen einiger Wohnhäuser, bis sie schließlich gemächlicher wird und in einen schönen Kastanienwald führt. Es geht selbstverständlich weiter bergauf aber nur allmählich und ab und zu kann man zwischen den Zweigen auf Cannobio hinabblicken. Zwischen Eichen und Kastanien erreicht man eine größere gepflasterte Straße, die rechts weiter aufwärts zu den Häusern des Dorfes Solivo (Brunnen) führt. An der asphaltierten Straße angekommen, folgt man dieser nach rechts weiter bergan (weißes Schild „Viggione“). Man folgt der Asphaltstraße etwa 250 Meter und verlässt sie dann auf einem gepflasterten Weg nach links (Schild „Cannero“ und gelbes Schild „Via delle Genti“). Dieser Weg schließt an eine breitere gepflasterte Straße, auf der man links, immer weiter langsam bergan nach Molineggi kommt. Vor dem Ortseingang befindet sich ein winziges Kirchlein, dann folgt eine große Mühle und zahlreiche Metallskulpturen, die fast alle aus alten landwirtschaftlichen Geräten erschaffen wurden. Nachdem man eine eindrucksvolle Steinbrücke überquert hat kommt man auf ein schönes Stück, das auf der einen Seite von einem Handlauf aus Holz und auf der anderen von eindrucksvollen Felsen begrenzt ist, auf denen sich im Laufe der Zeit Kastanienbäume angeklammert haben, die fast verwunschene Formen annehmen. Wenig später erreicht man den höchsten Punkt der gesamten Strecke und geht dann von der gepflasterten Straße auf den Wanderweg nach links steil abwärts (Schild „Cannero“) durch einen Kastanienwald, über einen eindrucksvollen Bach mit Felsen und kleinen Wasserfällen. Der Abstieg ist sehr entschieden und führt vorbei an den Häusern am Rand des Ortes Carmine Inferiore und weiter nach rechts (Schild „Cannero“) auf einem gemächlicheren Abschnitt über mehrere kleine Bäche. Über eine Treppe steigt man dann wieder an, in Richtung Carmine Superiore und zur dortigen Wallfahrtskirche.
Das auf das Jahr Tausend zurückgehende Dorf hatte die Funktion eines Wehrortes: bei Gefahr konnte sich die Bevölkerung hierher zurückziehen. Im Verlauf den 14. Jahrhunderts wurde es nach und nach besiedelt und die Kirche San Gottardo erbaut. In ihrem Innenraum befinden sich Fresken aus dem 15.-16. Jh., die durch die Verglasung zu sehen sind (es lohnt sich, die kleine Gebühr für die Innenbeleuchtung zu bezahlen). Man muss bedenken, dass der Ort während des 17. Jahrhunderts von der Pest heimgesucht wurde und die Fresken in der Kirche, die als Lazarett diente, zur Desinfizierung mit Kalk bedeckt wurden. Erst bei der Restaurierung 1932 wurden sie wieder freigelegt.
Der wie an den Felsen hängende Ort ist wundervoll und bietet ein großartiges Panorama von der Terrasse neben der Kirche aus. Man durchquert nun die Ortschaft (Brunnen) durch enge Gassen aus Stein und folgt den weiß-roten Punkten, wobei man allerdings auf die Schilder achten muss, die nach links weisen (Schilder „Cannero“). Nachdem man das Dorf verlassen hat, geht es anfangs abwärts, dann abwechselnd auf und ab durch den dichten Wald, wo man manchmal überraschend auf eindrucksvolle von der Vegetation verschlungene Ruinen aus Stein trifft. Die Kastanienbäume sind hier sehr schön und mächtig: hier könnten Hexen, Elfe, Zwerge und Fabelwesen aus spannenden Geschichten lebendig werden. Nach und nach erreicht man ein offeneres terrassiertes Gelände mit Blick auf den See und die Burgen von Cannero.
Die Burgen scheinen wie Schiffe auf der Wasseroberfläche zu schwimmen. Sie wurden zwischen dem 13. und 14. Jh. auf Kosten der örtlichen Bevölkerung errichtet und erhielten daher den Namen Malpaga (zahlt schlecht). Hier verschanzten sich die fünf Brüder Mazzardi, genannt Mazzarditi, die das Umland mit Gewalt und Grausamkeit beherrschten. Der Herzog von Mailand, Filippo Maria Visconti beendete ihre Beutezüge als er die Burgen 1414 belagerte und anschließend dem Erdboden gleichmachte. Anschließend wurden sie an die Familie Borromeo abgetreten, die auf den kleinen Inseln 1519 die Rocca Vitaliana zur Kontrolle des Verkehrs mit der nahen Schweiz errichten ließ. Sie wurde bereits vor langer Zeit verlassen, gehört noch heute den Borromeo und ist nicht zu besichtigen.
Man durchquert nun den kleinen Ort Cheggio (281 m) und folgt den primitiven Schildern „Cannero“ bis hinunter zur Hauptstraße, die man überquert.
ACHTUNG: die Überquerung ist gefährlich, gehen Sie über die Zebrastreifen etwas weiter rechts und seien Sie sehr vorsichtig, da die schnell fahrenden Autos überraschend hinter der Kurve auftauchen.
Nach der Überquerung geht man sofort auf dem Fußweg links weiter, der hinab nach Cannero Riviera führt, man biegt dann links bei einem Schild „Cannobio“ (umgekehrt) ab und kommt zu dem kleinen Hafen, der Uferpromenade und der Anlegestelle mit dem Schiff zur Rückfahrt.

Ratschläge zum Wandern mit Kindern

Wanderung durch bezaubernde Wälder, die im Dorf Carmine Superiore ihren Höhepunkt hat, wo man einen echten Sprung zurück in die machen kann. Für Kinderwagen nicht geeignet.

Ausarbeitung der Strecke: Franco Voglino, Annalisa Porporato und Nora Voglino
Texte: Franco Voglino und Annalisa Porporato

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