Mergozzo
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Lago di Mergozzo

Dieser See, der in alten Zeiten eine Bucht des Lago Maggiore war, ist einer der saubersten Italiens : in seinem Wasser ist nämlich die Anwendung von Motorbooten seit Jahren verboten. Daher wird dieser Wasserspiegel von den Wassersportliebhabern als ein Paradies betrachtet. Die Ortschaft Mergozzo, ein Dorf mit den typischen aneinander angelehnten Häusern aus Ossola-Stein, die von steilen nicht selten zu Treppen werdenden Strassen getrennt sind, blickt auf den See. Malerische Gassen führen zur Mitte des Ortsplatzes, wo eine alte Ulme wächst, an deren Füssen schon im 17.Jh die Richter der Ortschaft zur Beratung zusammensassen. In diesem urbanistischen Gewebe stecken die religiösen Gebäude, viele von denen aus der romanischen Zeit: das Oratorium Santa Marta, das erste Mal vielleicht im 9.Jh errichtet, um 1130 wieder aufgenommen und im 18.Jh zum Teil geändert, die Kirche der Assunta und die Kirche Santa Maria im Ortsteil Bracchio. Mergozzo war auch Schuplatz von noch älteren Ansiedlungen, von denen wir heute Zeugnisse im Antiquarium finden, einem Museum, das im Predigerhaus seinen Sitz hat, und in dessen Räumen sich Befunde aus der römischen Zeit befinden, wovon viele in lokalen Nekropolen aufgefunden wurden. Die Granite von Mergozzo in ihren Farben weiss und grün gehören zur italienischen Architekturgeschichte: Beispiele davon sind die Säulen der Basilika von San Paolo fuori le mura in Rome sowie der aus den berühmten, heute noch aktiven Brüchen von Candoglia gewonnene Marmor, aus welchem der Mainländer Dom gebaut wurde. Von Dorfplatz aus kann man über einen gut angezeigten Weg einen Ausflug von sicherem künstlerischem Interesse machen; nach einem ungefähr halbstündigem Spaziergang einen mittelalterlichen Saumpfad entlang erreicht man das Dorf Montorfano, in der Mitte von Kastanienwäldern, wo sich die Kirche S.Giovanni Battista (11.-12.Jh) vielleicht die interessanteste und besterhaltene romanische Kirche der Gegend, befindet. Das Gabäude wurde im kreuzförmigen Grundplan mit dem aus dem nahen Montorfano gewonnenen Granit errichtet; Montorfano (verwaister Berg) wird so genannt, weil es sich einsam in der Nähe des Mergozzo-Sees befindet. Im Innern und ausserhalb der Kirche haben neue archäologische Ausgrabungen Spuren von vorherigen Gebäuden hervorgehoben, die man um 5-6.Jh und um 9.Jh datieren kann. Nicht weit entfernt findet man einen eindrucksvollen Aussichtspunkt, aus dem man die Borromäische Bucht, die Trichtermündung des Flusses Toce und den Sondernaturbezirk der Röhrichte von Fondotoce sehen kann. Ein weiterer angenehmer Ausflug führt ein Militärsaumpfad entlang von der Brücke auf dem Fluss Toce, in den Nähe der Abzweigung nach Mergozzo, bis zur Spitze des Montorfano, mit einem Rundgang auf der Suche nach einem Teil der Cadorna Linie.

Il lago di Mergozzo

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MERGOZZO