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CASTELLO VISCONTEO - Vogogna

Das Schloss von Vogogna, das nördlich des Dorfes an einem Felssporn steht, ist Teil eines komplexen und gut erhaltenen alten Befestigungssystem des mittelalterlichen Dorfes Vogogna, das als Verteidigungs- und Beobachtungsposten für das ganze Ossolatal entstanden ist.
Zum Befestigungssystem von Vogogna gehört in erster Linie die Rocca, welche wahrscheinlich aus dem elften Jahrhundert stammt und auf 350 m auf dem Monte Orsetto hoch über dem Tal steht. Ebenfalls aus dem 11. Jahrhundert stammt der polygonale Turm des Schlosses direkt an der Bergflanke, der die darüber stehende Rocca schützt.
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erweiterte Giovanni Visconti, Bischof von Novara und Herrscher über Mailand, das Schloss im Rahmen der Verstärkung der Verteidigungslinien des Herzogtums Mailand, zu dem Vogogna damals gehörte.
Visconti nutzte die strategische Bedeutung des Schlosses, das im Norden den Zugang zu den Alpenpässen und im Süden die Verbindung nach Mailand sowie in die Poebene überwachte und ließ an den bereits bestehenden Turm ein rechteckiges Gebäude anbauen. Ausserdem ließ er daran anschließend talwärts einen weiteren halbkreisförmigen Turm im Westen des Dorfes erstellen, wo die Gefängnisse untergebracht werden sollten.
Zum besseren Schutz der Anlage ließ er um das Dorf herum eine durch Türme verstärkte Mauer errichten, von der nur noch wenige Ruinen erhalten sind. Diese Mauer schützte das Dorf vor feindlichen Angriffen und erlaubte eine wirksamere Kontrolle des Warenverkehrs. Die Schlossanlage wurde ebenfalls mit einer viereckigen Einfriedung versehen und im Westen verstärkt. Dort befand sich ein Tor aus Crevola-Marmor mit Spitzbogen und Zugbrücke.
Obwohl Vogogno versuchte, die Festung zu halten, wurde das Schloss im Laufe der Jahre Opfer zahlreicher Angriffe, bei denen ihre Struktur teilweise zerstört wurde. In den Jahren 1358-1360 griffen die vom Marchese di Monferrato befehligten Domer das Schloss an, 1410 erfolgte dann ein Angriff durch die Schweizer. Im Jahre 1446 übergab schliesslich Filippo Maria Visconti Vogogna und Mergozzo als Lehen an Vitalino Borromeo. Unter den Borromäern wurde das Schloss zunächst nicht nur als Festung, sondern auch vorübergehend als Wohnsitz der Adelsfamilie genutzt und stand unter einem guten Stern. Die Außenhöfe wurden erweitert, verschönert und verstärkt. Diese Umbauten waren zwischen 1484 und 1487 sehr nützlich, als Vogogna in der berühmten Schlacht von Crevola (27. April 1487) von den Wallisern angegriffen wurde. Im Jahr 1514 riegelte aber Graf Lancelot, ein Borromäer, das Gebiet der unteren Ossola von der Lebensmittelversorgung ab. Die Bevölkerung litt unter Hungersnot und Pest, was dann zu einem Aufstand führte. 1797 wurde den Borromäern der Gerichtssitz über das untere Ossola-Tal entzogen. Es wurde dann wie alle anderen norditalienischen Gebiete Teil der Zisalpinischen Republik. Zu diesem Zeitpunkt ging die Burg in öffentlichen Besitz über, der Turm behielt seine Funktion als Gefängnis, in den Nebengebäuden wurden rustikale Wohnungen untergebracht und die Außenhöfe wurden zu Gemüsegärten. Unter savoyischer Herrschaft diente das Schloss bis 1820 weiterhin als Gefängnis für vom Podestà, von Richtern und Prätoren verurteilte Strafgefangene. Später auch für Gefangene, die an einen anderen Ort überstellt wurden sowie für politische Häftlinge der Carabinieri. Als die Kaserne nach Premosello verlegt wurde, vermietete die Gemeinde das Schloss der Vogneser Adelsfamilie Lossetti, die es bis 1952 als Jagdsitz für die unterhalb liegende Villa Biraghi-Vietti Violi nutzte.
Danach wurde das Schloss nicht mehr genutzt und verfiel. Ab 1970 war es auch für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. 1990 startete die Gemeindeverwaltung eine erste Restaurierung des Gebäudes, an deren Ende 1998 die Wiedereröffnung der Außenhöfe und des Gartens stand. 2001 wurden dann schliesslich die Innenräume der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

Comuni
VOGOGNA
Allegati
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GardenTourism.pdf2.78 MB