Slow Trekking
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b - SLOW TREK - n.1 Ortasee: PELLA-ORTA SAN GIULIO

DIE FOLGENDE ROUTE BEZIEHT SICH AUF DAS BUCH "SLOW TREK" IM DISTRETTO TURISTICO DEI LAGHI MONTI E VALLI: ES IST IM PAPIERFORMAT IN DEN FREMDENVERKEHRSBÜROS DER GEGEND ERHÄLTLICH UND ALS E-BOOK IN DER SEKTION UNSERER WEBSEITE ABRUFBAR.

Anspruchsvolle aber höchst eindrucksvolle Wanderung entlang der gesamten Südküste des Lago d’Orta, des zweitgrößten Sees im Piemont. Ein langer Weg mit wunderschönen Ausblicken auf den See, um alle landschaftlichen Besonderheiten des Cusio zu entdecken: eine umweltfreundliche Art, nach Orta San Giulio zu gelangen, um dann mit Boot zurückzufahren und diesen schönen Spaziergang mit einer tolle „Kreuzfahrt“ abzuschließen.

Ausgangsort: Pella (300 m)
Zielort: Orta San Giulio (295 m)
Höchster Punkt: 410 m
Höhenunterschied: Etwa 300 m insgesamt (nicht in einer Strecke)
Entfernung: 16 km insgesamt
Wanderzeit ohne Pausen: 6 Stunden insgesamt (ohne Rückfahrt mit dem Boot). Einen ganzen Tag einplanen.
Art der Pfads: gemischt (Wanderweg, Straße, Waldweg)
Wegweiser: Schilder „Anello Azzurro“ und weiß-rote Zeichen
Wasser: Brunnen in den Ortschaften und entlang des Wegs
Empfohlene Jahreszeit: ganzjährig, allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass der Weg im Winter so lang ist, dass man riskiert im Dunkeln anzukommen...wovon entschieden abzuraten ist!
Hinkommen: 15 km von Borgomanero und 21 km von Gravellona Toce. Liegt an der Westküste des Lago d‘Orta. Ausfahrt Borgomanero der Autobahn A26 in Richtung „Gravellona Toce“, nach Borgomanero den blauen Schildern Richtung „Pella“ folgen. Parkplätze an der Via Lungolago und der Via Don Gaetano Zanotti. – Mit dem Bus der Linie Borgomanero-Alza-Omegna Haltestelle Via Don Zanotti (www.comazzibus.com). Mit der Bootslinie Pella-San Filiberto-Lagna-Isola-Orta (www.navigazionelagodorta.it)
Informationen: Distretto Turistico dei Laghi – www.distrettolaghi.it; IAT Fremdenverkehrsbüro – Via Panoramica, Orta - Tel. +39 0322.905163; Gemeinde Pella – www.comune.pella.no.it; Gemeinde San Maurizio d’Opaglio - www.comune.sanmauriziodopaglio.no.it; Gemeinde Gozzano - www.comune.gozzano.no.it; Gemeinde Bolzano Novarese – www.comune.bolzanonovarese.no.it; Gemeinde Orta San Giulio - www.comune.ortasangiulio.no.it; Ecomuseo del Lago d’Orta e Mottarone - www.lagodorta.net

die Tour

Der Bootsanleger von Pella ist nicht sehr groß aber es gibt schattige Bäume, Bänke, einen Spielplatz und viele Lokale. Mit dem Rücken zum See geht man nach links in Richtung des mittelalterlichen Turms, dem einzigen Überrest der alten Festungsanlagen, dann biegt man rechts in die Via Roma, überquert die Hauptstraße Via Zanotti zu und geht bis zur Pfarrkirche Sant‘Albinio aus dem 16. Jh.

Wenn man an der Via Zanotti geparkt hat, geht man immer in Richtung dieses 1936 errichteten Kirchturms mit recht eigentümlicher Form. Vor der Kirche angekommen lohnt ein kleiner Abstecher nach rechts Richtung Friedhof, zu der schönen vollkommen gepflasterten Steinbrücke von 1578 über den Pellino-Bach. Wenn man den Blick nach oben lenkt, sieht man dagegen den großen Bau der Wallfahrtskirche Madonna del Sasso aus dem 18. Jahrhundert, die 638 Meter über dem See liegt. Der Ort wird zurecht der „Cusio-Balkon“ genannt, denn man hat von hier einen einzigartigen Ausblick.

Durch die Gasse rechts neben der Pfarrkirche geht es weiter (Schild „San Filiberto“), über einen Parkplatz zur Via Vignaccia und dann auf einen unbefestigten Weg, bis man den Wanderweg erreicht. Nach links öffnet sich der Blick stellenweise auf den See und vor allem auf die zauberhafte Insel San Giulio. Man erreicht einen Bildstock mit einigen Sitzbänken und sofort danach eine kleine Holzbrücke, von der aus man die Wasserfälle des Bachs Rio Plesina bewundern kann, ein angenehm kühler Ort. Es geht bergan auf einem schönen gepflasterten Weg und wenig später wieder bergab (weiß-rotes Schild „San Filiberto“) auf einem Weg zwischen Häusern. An der ersten gut erkennbaren Gabelung geht man geradeaus auf derselben Höhe weiter (weiß-rote Schilder). Kurz nach dieser Gabelung kommt die einzige Stelle, an der man aufpassen muss: die Straße führt geradeaus zu einem privaten Tor. Selbstverständlich kann man nicht durch dieses Tor gehen, sondern nimmt einen schmalen Durchgang links, der um das Gebäude herumführt. Geradeaus weiter und fast auf einer Höhe erreicht man den Parkplatz des Friedhofs und kurz darauf die Asphaltstraße. Sehr vorsichtig geht man nun um die asphaltierte Kurve nach links, bergab, um sobald wie möglich die Route zur Kirche San Filiberto, die schon zu sehen ist, einzuschlagen. Sie ist die älteste Kapelle der Westküste des Sees und stammt aus dem 11. Jh. Der wundervolle romanische Glockenturm wurde zwischen 1075 und 1110 erbaut und die Bildstöcke, die sie umgeben, sind von 1794. Man überquert die Straße und geht nach rechts, am Bootsanleger San Filiberto entlang auf dem Bürgersteig in Richtung Lagna. Hier hört der Bürgersteig leider auf, man muss über den Zebrastreifen und immer in derselben Richtung auf einem schmaleren Bürgersteig weitergehen. Nach einem Parkplatz geht man 400 m auf einer Asphaltstraße ohne Gehweg, wo man besonders auf den Verkehr achten sollte. Kurz nach den Becken einer Kläranlage, die man zwischen den Bäumen erkennen kann, biegt man nach links auf eine kleine Straße über eine Brücke (bei wenig Wasser kann man auch die nahe Furt verwenden). Nach den ersten Häusern erreicht man eine T-förmige Kreuzung, an der es nach rechts zum Oratorium San Rocco aus dem 17. Jh. weitergeht. Kurz nach dem religiösen Gebäude schlägt man links die Via F.lli di Dio ein und geht zwischen schönen Einfamilienhäuser weiter. Man bleibt immer auf der Hauptstraße bis diese sich gabelt: nun geht es links auf einem Betonweg (weiß-rote Zeichen) leicht bergab weiter und zwischen hohen Hecken erreicht man das Seeufer und den Strand Prarolo, den Lido von Lagna. Man geht am See entlang weiter, über den Strand mit einem Steg und einem wunderschönen Blick auf die Insel San Giulio, und kommt anschließend auf einen schönen Waldweg, der vorbei an einigen Häusern in der Nähe eines Restaurants wieder auf die Asphaltstraße führt.

Etwa dreihundert Meter vor der Straße geht rechts ein Wanderweg ab, der nach 0,5 km und 60 Meter Höhenunterschied zu der kleinen Kapelle San Giulio in der Ortschaft Opagliolo (Gemeinde San Maurizio d’Opaglio) führt. An dieser eindrucksvollen Kapelle aus den 16. Jh. mitten im Wald entspringt eine Quelle, die Wunderkraft besitzen soll (sie brachte es der Legende nach in Trockenzeiten zum Regnen). Hier soll der Hl. Julius gebetet haben, bevor er seine Fahrt zu der Insel antrat, die heute seinen Namen trägt. Eine Fahrt, die er angeblich an Bord.... seines eigenen Mantels machte! Der Umweg ist nicht lang, doch sollte man bedenken, dass die Wanderung schon an sich recht anspruchsvoll ist. Wenn man mit kleinen Kindern wandert und nicht geübt ist, sollte man es nicht übertreiben!

Nun geht es auf der Asphaltstraße weiter, und zwar nach links auf der Via Beltrami (Brunnen) immer leicht bergab bis die Straße wieder zu einem Feldweg wird.

Bei einer Häusergruppe gibt es einen weiteren Umweg, diesmal zur Kirche Madonna di Luzzara, einem Bau aus dem 12. Jh, der im Verlauf des 15. Jahrhunderts umgebaut wurde und Fresken aus dem 17. Jh. aufweist. Dieser Umweg ist 1,2 km lang mit einem Höhenunterschied von 50 Metern, aber es gilt wie schon zuvor zum Oratorium San Giulio gesagt: Kräfte schonen, der Weg ist noch lang!

Zwischen Schilf und Wäldern kommt man auf angenehm ebener Strecke zum Lido von Buccione.

Der Weg geht nach rechts weiter und biegt noch vor dem Strand, in einen Grasweg, der Via Francisca ab, doch man sollte unbedingt bis zum Strand gehen, wo es einen Brunnen, eine Bar, ein Restaurant, wie auch die kleine Kirche SS. Angeli Custodi von 1611 gibt sowie den Bischofspalast, dessen Fassade mit Wappen und Fresken aus dem 17. Jh. geschmückt ist.

Die hübsche Via Francisca führt teils über Gras, teils über Pflaster erst auf die Asphaltstraße Via Marangoni und dann zur verkehrsreichen Landstraße SP229, der man etwa 150 m in Richtung Ortsmitte Gozzano folgen muss, bevor man sie nach links abbiegend in die Via Mario Motta (blaue Schilder „Bolzano N.“) verlassen kann.

Vorsicht auf der Landstraße, aber auch auf der Via Mario Motta, die keine Bürgersteige haben!
Anmerkung: falls man merkt, dass die kleinen Wanderer schon erschöpft sind, kann man an dieser Stelle mit dem Linienbus Borgomanero-Alzo-Omegna (Haltestelle Ventraggia-Pella) zurückkehren. In diesem Fall geht man an der Landstraße entlang und folgt den blauen Straßenschildern Richtung Borgomanero, bis man die Haltestelle Albergo Italia in der Via Beltrami (1,7 km) erreicht - Achtung: an der Straße ist meist kein Gehweg. Man kann aber auch mit den Bus der Linie Borgomanero-Gozzano-Orta-Omegna nach Orta fahren, in diesem Fall geht man zur Haltestelle in Bolzano Novarese, Via Vittoria (1,6 km) - Achtung: an der Straße ist meist kein Gehweg. Eine weitere Möglichkeit ist die Bahn Gozzano-Orta Miasino (2 km).

Nun geht es auf der Asphaltstraße weiter, vorbei an einem Denkmal, das an den Tod des Ingenieurs Mario Motta erinnert. Er hat die Partisanen stark unterstützt und diese Straße, die nach Bolzano Novarese führt, ist ihm gewidmet. Man folgt ihr, bis man eine Eisenbahnschranke sieht. Nun biegt man links in die Via Artogno ein, die anfangs asphaltiert ist und dann zu einem Waldweg wird, der angenehm kühl vorbei am Brunnen Fontana Bersanella führt. Der Weg geht weiter und endet an einer Asphaltstraße, der man kurz nach rechts folgt, bis man die Eisenbahnbrücke erreicht.

Kurz vor der Brücke biegt links ein Weg ab, der zum Turm, Torre di Buccione führt, der sich über den Wald erhebt (Umweg von 1,2 km und 75 Meter Höhenunterschied). Man konnte den 410 m hohen Turm schon am Anfang der Wanderung sehen. Von hier aus hatte man mindestens seit dem 18. Jh, als er noch zu einer Burg für fünfhundert Soldaten gehörte, einen Ausblick fast über den ganzen See. Heute liegt er im gleichnamigen Spezialnaturschutzgebiet. Der Umweg ist nicht sehr lang, doch man sollte bedenken, dass die Wanderung schon an sich anspruchsvoll ist, auch hier gilt es die Energie der kleinen Wanderer richtig einzuschätzen.

Vor der Eisenbahnbrücke schlägt man den Wanderweg bergab nach links ein (braune Schilder „Orta“), am Bahndamm entlang folgt man den weiß-roten Schildern „Anello Azzurro“ und dem braunen Hinweis „passeggiata“. Wenn man wieder auf die Asphaltstraße kommt, folgt man ihr ein kurzes Stück bis zu dem hübschen Dorf Corconio (367 m), dessen Gassen mit Kieselsteinen gepflastert sind und das einige Gebäude aus dem 18. Jh. aufweist. Man steigt an bis zur Kirche Santo Stefano aus dem 17. Jh, um dort eine mit Kieselsteinen gepflasterte Straße einzuschlagen, die vom Oratorium über eine Eisenbahnbrücke oberhalb des Sees weitergeht. Wieder auf der Asphaltstraße kommt man nach Legro. Man erreicht die Bahnlinie und nimmt die Unterführung zum Sportplatz und geht dann weiter auf einem Fußweg bis zur Via Marconi und zu einem Kreisel mit der prachtvollen Villa Crespi.

Sollte die Unterführung aus irgendeinem Grund geschlossen sein, geht man links an der Bahnlinie entlang, bis man den Bahnhof und dort die Via Marconi erreicht. Hier geht man nach links bis hinunter zu dem oben genannten Kreisel oder man nimmt die kleinere Via D. Giovanni Bosco, die parallel dazu ohne Verkehr verläuft.

Am Kreisel erscheint die mächtige Villa im neomaurischen Stil in ihrer ganzen Größe, heute ist sie ein Hotel und Restaurant eines bekannten Fernsehkochs. Nun haben wir Orta, einen der „schönsten Orte Italien“ (www.borghipiubelliditalia.it), erreicht, man biegt rechts neben der Villa in die Via Fava ein und erreicht in Kürze das Seeufer. Man geht weiter bis zum Platz Mario Motta mit den Bootsanlegern und zahlreichen Lokalen. An einer Seite des Platzes steht ein interessantes Gebäude mit Fresken und einer Treppe. Dieser Palazzo della Comunità ist ein Bauwerk von 1582, er war der Sitz der Regierung des Feudalstaats Riviera di San Giulio und wird auch Broletto oder Palazzotto genannt. Orta verliert sich in einem Labyrinth aus Gassen, das nur auf den ersten Blick chaotisch wirkt. Wenn man auf der Via Olina bleibt, die hinter dem Palazzo della Comunità weitergeht, kann man die Gassen und netten Gärten leicht erforschen. Man kann aber auch die Via Caire Albertoletti, den so genannte „Motta-Anstieg” hinaufgehen. Hier stehen einige der ältesten Gebäude, wie die Casa Marangoni (14. Jh.), die wegen der kleinen Fenster im oberen, von Fresken geschmückten Stockwerk, das ein langer Holzbalken trägt, auch das Haus der Zwerge genannt wird. Die Rückkehr nach Pella erfolgt mit dem Boot.

Das Boot hält an der Insel San Giulio, die man, wenn man noch Zeit hat unbedingt besuchen sollte. Die schmalen Gassen, Treppen und Steinbögen suggerieren eine mittelalterlich anmutende Atmosphäre. Die meisten Gebäude stehen auf den Resten einer alten Burg, die vielleicht aus der Langobardenzeit stammt, doch es ist die Basilika San Giulio, in ihrem rein romanischen Stil, die am meisten beeindruckt. Sie wurde im 4. Jh. und wie es heißt von dem Heiligen persönlich erbaut, sie wurde ein Mal im 9. Jh. zu einer langobardischen Wehrkirche umgebaut, um während des 10.-11. Jahrhunderts weitere Veränderungen zu erfahren. Im Innern befindet sich eine wertvolle Kanzel aus den 12. Jh, die trotz ihrer Bronzefarbe vollkommen aus Stein ist und interessante Reliefs aufweist, darunter eine mysteriöse menschliche Figur, die Überlieferungen zufolge den Benediktinermönch und Abt von Dijon, Guglielmo da Volpiano (962-1031), der hier bei der Belagerung von 962 geboren wurde, darstellen soll. Bemerkenswert sind auch die Fresken aus dem 14.-16. Jh, von denen einige aus der Schule des Maler und Bildhauers Gaudenzio Ferrari (1475/80-1546) stammen. In der Sakristei befindet sich eine versteinerte Rippe, die, wie es heißt, in einer Grotte auf der Halbinsel Orta gefunden wurde. Vielleicht der Überrest eines der vom Hl. Julius vertriebenen Drachen? Ein weiteres wirklich prachtvolles Gebäude ist das 1844 auf der alten Burg errichtete Priesterseminar, das heutige Kloster Mater Ecclesiae. Hier lebt seit 1973 eine Gruppe Benediktinnernonnen in Klausur, die Stoffe und Gobelins restaurieren.

weitere Informationen

Orta - Sacro Monte
Beim Friedhof und der alten Kirche San Quirico beginnt einer der Wege, die zur Kirche San Nicolao führen, die Überlieferungen zufolge im 10. Jh. gegründet wurde. Hier beginnt der Rundweg des Sacro Monte (Heiliger Berg), der als Teil der Sacri Monti des Piemonts und der Lombardei seit 2003 UNESCO Weltkulturerbe ist. In einem parkähnlichen Gelände stehen zwanzig Kapellen, in denen sich insgesamt 176 von Hand bemalte Terrakotta-Skulpturen und 900 Fresken befinden, die das Leben des Hl. Franziskus von Assisi erzählen. Das Werk begann 1590 und der Bau wurde Ende des 17. Jahrhunderts abgeschlossen; die Entwicklung des Stils ist gut zu beobachten: von beschreibenden Darstellungen über spektakuläre Barockfiguren bis zu Triumph des Rokoko. Der Sacro Monte gehört zum gleichnamigen Spezialnaturschutzgebiet, das zum Schutz, zur Bewahrung und zur Aufwertung des historischen, religiösen und landschaftlichen Kulturguts eingerichtet wurde. Der Ort eignet sich sehr gut für entspannende friedliche Momente und verfügt über Picknicktische und Toiletten (www.sacromonteorta.com).
Orta - Villa Crespi
Die interessante Gestaltung des Gebäudes mit seinen arabisch anmutenden Formen und einer Art Minarett wurde für den Industriellen Cristoforo Benigno Crespi geschaffen, der die Schönheiten Bagdads liebte, eine Stadt, die er besucht hatte und aus der seine Baumwolle kam. Die Villa wurde 1880 erbaut und in den Dreißiger Jahren waren hier Dichter, Industrielle und Herrscher zu Gast, während es heute ein Hotel "Relais&Chateaux" des bekannten Fernsehkochs Antonio Cannavacciuolo ist. In vielen Filmen wurde der Hintergrund des Orta-Sees verwendet. Darunter ist ein alter Film von 1914 zu erwähnen, der den esoterischen Titel „Jvna, die Perle des Ganges“ trägt, wo das sagenumwobene Indien in der Villa Crespi geschickt nachgestellt wird.
Die Legende
Im Jahre 390 auf der Flucht vor den Verfolgungen in Griechenland erreichten Julius und sein Bruder Julianus die Seeufer und waren fasziniert von der Insel, auf der allerdings wilde Drachen und Schlangen hausten. Die beiden Brüder erhielten von Kaiser Theodosius I. die Erlaubnis, die Heidentempel anzureißen, um sie durch christliche Kirchen zu ersetzen. Während Julianus die neunundneunzigste in Gozzano baute, beschloss Julius sich auf die Insel zu begeben. Da er kein Boot fand, breitete der Heilige seinen Mantel auf dem Wasser aus und erreicht auf diese Weise die Insel. Die wilden Untiere, die sie bewohnten, verscheuchte er allein mit dem Wort und errichtete hier die hundertste Kirche.
Die Literatur
Die Literatur, die sich mit dem See beschäftigt, ist sehr unterschiedlich, der Kürze halber sollen hier nur der Roman: „Zweimal Lamberto oder das Geheimnis der Insel San Giulio“ und die Erzählung „Der Herr Fisch vom Orta-See“ genannt werden, beide stammen von dem in Omegna geborenen Kinderbuchautor Gianni Rodari (1920-1980).

Ratschläge zum Wandern mit Kindern

Dieser Ausflug ist recht lang, wegen der landschaftlichen Schönheit jedoch unbedingt empfehlenswert, aber nur für ältere oder an das Wandern gewöhnte Kinder geeignet. Es gibt zahlreiche Orte zum Rasten, dabei sollte man aber bedenken, dass die Zeit des gesamten Ausflugs sich durch die Pausen verlängert. Die Zeit für ein leckeres und wohlverdientes Eis aus einer Gelateria in Orta muss aber sein!

Wegmacher: Franco Voglino, Annalisa Porporato und Nora Voglino
Autoren von Texten: Franco Voglino und Annalisa Porporato

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