Slow Trekking
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b - SLOW TREK - n.6 Lago Maggiore: NATURSCHUTZGEBIET LAGONI DI MERCURAGO

DIE FOLGENDE ROUTE BEZIEHT SICH AUF DAS BUCH "SLOW TREK" IM DISTRETTO TURISTICO DEI LAGHI MONTI E VALLI: ES IST IM PAPIERFORMAT IN DEN FREMDENVERKEHRSBÜROS DER GEGEND ERHÄLTLICH UND ALS E-BOOK IN DER SEKTION UNSERER WEBSEITE ABRUFBAR.

Rundspaziergang in der Ebene durch den typischen Feuchtwald dieses Naturschutzgebiets, das seit 2011 wegen der wichtigen archäologischen Funde und prähistorischen Pfahlbauten zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde.

Ausgangs- und Zielort: Parkplatz in Via Gattico (270 m)
Höchster Punkt: Nekropolen der Golasecca-Zivilisation (320 m)
Höhenunterschied: 150 m insgesamt (nicht fortdauernd)
Entfernung: 5 km insgesamt
Wanderzeit ohne Pausen: 2 Stunden insgesamt
Art der Wege: Piste, Wanderweg
Wegweiser: Pfeile und Schilder mit den Namen der Wege
Wasser: Brunnen am Parkplatz
Empfohlene Jahreszeit: ganzjährig. Zu vermeiden bei Regen, Nebel und an sehr schwülen Sommertagen.
Wie man hinkommt: der offizielle Eingang liegt 3 km entfernt von Arona. Das Gebiet befindet sich am Südzipfel des Lago Maggiore, in Via Gattico in Arona (braune Schilder). Parkplätze bei der Parkverwaltung. Mit dem Autobus: Verschiedene Buslinien führen nach Arona (www.comazzibus.com, www.stnnet.it, www.safduemila.com). Mit der Bahn: Bahnhof Arona auf den Strecken Mailand–Domodossola und Arona–Novara (www.trenitalia.com). Mit dem Schiff: Linien Arona–Locarno und Locarno–Arona (www.navigazionelaghi.it).
Informationen: Distretto Turistico dei Laghi; www.distrettolaghi.itFremdenverkehrsbüro – IAT – Largo Duca d'Aosta, Arona, Tel. +39 (0)322.243601; Gemeinde Arona; www.comune.arona.no.itParkverwaltung Ente Gestione Aree Protette del Ticino e del Lago Maggiore www.parcoticinolagomaggiore.it

Die Tour

Die Parkverwaltung hat verschiedene mit Pfeilen und Farben markierte Wege ausgearbeitet, die alle auf den im Verwaltungsgebäude erhältlichen Karten eingezeichnet sind. Unsere Tour folgt zum Teil dem archäologischen Weg (violett) und beginnt an der Strà di Pianèl da Gatic (Nummer 1). An der Gabelung mit einem Bildstock hält man sich rechts, weiter auf dem Weg Nummer 1, um diesen dann zu verlassen und geradeaus auf der Strà di Lagon (Nummer 2) weiterzugehen, die in der Ebene in die Nähe des Sees führt, dem größten Feuchtgebiet des Parks, an dessen Ufern die Reste eines Pfahlbaudorfes gefunden wurden.
Diese zufällig beim Torfabbau entdeckten Überreste gehen auf die Zeit von 1800 bis 1300 vor Chr. zurück. Es kamen verschiedene gut erhaltende Gegenstände zu Vorschein, darunter Tongefäße, Waffen, Metallschmuck, Werkzeug aus Feuerstein aber vor allem drei Holzräder und die Abdrücke zweier aus einem Baumstamm gefertigten Pirogen. Die meisten dieser Funde werden heute im Antikenmuseum in Turin verwahrt.
Man kann nicht an das Seeufer herangehen, weil dies ein Schutzgebiet und dicht bewachsen ist, man kann es nur von Weitem betrachten, aber es ist daher besonders eindrucksvoll. Beim Weitergehen kommt man zu einer T-förmigen Kreuzung: man geht nach rechts in die Strà di Sèl (Nummer 15), verlässt diese aber fast sofort wieder, um links den Senté dal Laghèt (Nummer 11) einzuschlagen. Die Strecke führt in Kurven in die Nähe eines Torfstechgebiets und steigt dann in Richtung Motto Caneva an. An einer Kreuzung mit mehreren Wegen schlägt man dann den Senté dal Custòn (Nummer 16) ein, der zu dem Gebiet führt, wo die Reste der Nekropole aus römischer Zeit mit zehn Gräbern gefunden wurde. Auf einem kurzen Umweg nach links führt dieser Weg auf den Gipfel der Anhöhe, die von einem Kiefernwald aus Stroben umstanden ist. Geht man dagegen geradeaus weiter, kommt man an einer zweiten römischen Nekropole aus dem 1.–2. Jh. n. Chr. vorbei. Gleich danach geht man nach links auf den Senté dal Fòs (Nummer 17), der mit der Strà di Sèl (Nummer 15) zusammenführt, der man nach links folgt. Nach wenigen Metern befindet man sich auf der Strà di Pianèl da Gatic (Nummer1) die an der Nekropole der Golasecca-Zivilisation aus der Eisenzeit (6.-5. Jh. v. Chr.) vorbeiführt. Diese liegt auf einer nahen Anhöhe, auf die ein kleiner Umweg nach rechts führt.
Die so genannte Golasecca-Kultur entwickelte sich in der Zeit vom 9. bis 4. Jh. v. Chr. im Gebiet zwischen den Flüssen Po, Serio, Sesia und Ticino. Der Name geht auf den etwa zehn Kilometer entfernten Ort Golasecca in der Nähe von Varese am Ticino zurück, wo nämlich die ersten Funde (fünfzig Gräber mit Gegenständen aus Ton und Metall) gefunden wurden.
Von dieser Stelle aus folgt man dem Wanderweg Nummer 1, der um den Motto dei Lagoni zum Ausgangspunkt in der Nähe des Bildstocks zurückführt.

Weitere Informationen

Der "Sancarlone"
In Arona gibt es etwas ganz Besonderes: das Denkmal von Karl Borromäus (1538–1584) auch Sancarlone genannt, ein Kosename für eine Statue, die mit der bekannteren amerikanischen Freiheitsstatue eng verwandt ist. Das Kolossalstandbild wurde 1698 nach 84 Jahren Bau eingeweiht, ist 23,40 Meter hoch und steht auf einem 11,70 m hohen Sockel, sodass es am höchsten Punkt insgesamt ganze 35,10 m misst. Die Technik war so fortschrittlich, dass sie den Bau der Lady Liberty inspirierte. Das Interessanteste ist, dass sie nicht nur groß ist, sondern auch begehbar. Man kann über enge Treppen (nicht empfehlenswert für Personen, die an Klaustrophobie leiden) bis in den Kopf des Heiligen steigen und das Panorama über den See durch die Öffnungen der Augen betrachten.

Archäologisches Museum Arona
Sammlung der archäologischen Schätze der Stadt und des südlichen Lago Maggiore mit Fundstücken aus der Jungsteinzeit, Keramik und Glasobjekten. Hier befinden sich einige der Funde aus dem Naturschutzgebiet Lagoni di Mercurago wie der Abdruck von Rädern und Grabbeigaben der Golasecca-Zivilisation (www.archeomuseo.it).

Ratschläge zum Wandern mit Kindern

Sehr leichter und immer schattiger Spaziergang, der jedoch an den schwülsten Sommertagen nicht empfehlenswert ist. Die Strecke ist nur teilweise für Kinderwagen geeignet.

Ausarbeitung der Strecke: Franco Voglino, Annalisa Porporato und Nora Voglino
Texte: Franco Voglino und Annalisa Porporato

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