Slow Trekking
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b - SLOW TREK - n.23 Vigezzo-Tal: DIE MUINO-SEEN

DIE FOLGENDE ROUTE BEZIEHT SICH AUF DAS BUCH "SLOW TREK" IM DISTRETTO TURISTICO DEI LAGHI MONTI E VALLI: ES IST IM PAPIERFORMAT IN DEN FREMDENVERKEHRSBÜROS DER GEGEND ERHÄLTLICH UND ALS E-BOOK IN DER SEKTION UNSERER WEBSEITE ABRUFBAR.

Höhenspaziergang in karger Hochgebirgslandschaft mit weiten spektakulären Rundblicken, auf der Suche nach den heimlichen Bewohner der Muino-Teiche.

Ausgangsort: Piani di Vigezzo (1700 m)
Zielort: Laghetti di Muino (1922 m)
Höchster Punkt: Bocchetta di Muino (1974 m)
Höhenunterschied: Etwa +300 m -85 m, nur Hinweg
Entfernung: 3 km nur Hinweg
Wanderzeit ohne Pausen: 1 Stunden und 30 Minuten nur Hinweg
Art des Pfads: Piste und Wanderweg
Wegweiser: weiß-rote Schilder M25
Wasser: Brunnen in Piani di Vigezzo und entlang der Piste
Empfohlene Jahreszeit: Von Juni bis Oktober.
Hinkommen: 18 km entfernt von Domodossola. Richtung Valle Vigezzo und Locarno auf der Landstraße SS337. Kurz hinter dem Ort Santa Maria Maggiore rechts, den Wegweisern nach „Craveggia“ folgen und wenig später nach links (weißes Schild „Benvenuti a Prestinone“). Parkplätze an der Kabinenbahn in Via Carlo Fontana Pittore (www.pianadivigezzo.it) – Mit der Bahnlinie Vigezzina-Centovalli, Haltestelle Prestinone, 700 Meter von der Station der Kabinenbahn (www.vigezzinacentovalli.com)
Informationen: Distretto Turistico dei Laghi - www.distrettolaghi.it; IAT Fremdenverkehrsbüro – Piazza Risorgimento 28, Santa Maria Maggiore - Tel. +39 0324.95091; Gemeinde Craveggia – www.comune.craveggia.vb.it; Berggemeinde Valli dell’Ossola – www.cmvo.it

die Tour

Die Seilbahn Prestinone bringt uns in etwa zehn Minuten von 825 auf die 1726 Meter der Piana di Vigezzo, ein Höhenunterschied von 901 Metern. An der Bergstation aus der Bahn gestiegen hält man einen Moment inne, um das Panorama zu bewundern, das sich über die Wiesen vor den ersten Häusern öffnet. Man geht nach links zwischen den Häusern hindurch (weiß-rotes Schild „GTA L.tti Muino M25“). Der breite Schotterweg beginnt entschieden und steil anzusteigen. Ein kleiner Umweg nach links führt zu einem Brunnen. Eine weitere Quelle befindet sich etwas weiter oben an der Piste bei einigen Holztischen. Danach wird die Piste langsam weniger steil und an einer deutlichen Kurve verlässt man sie, um einen Wanderweg nach links einzuschlagen (weiß-rotes Schild „L.tti Muino M25“), der weiter stetig aufwärts führt, ohne Unterbrechungen, bis man die Bocchetta di Muino (1974 m) erreicht. Hier befinden sich ein Bildstock und eine den Schmugglern gewidmete Holzfigur.

Die liebevoll „Große Schultern“ genannten Schmuggler, wanderten durch die Alpen zwischen der Schweiz und Italien und brachten auf illegale Weise jede Menge Waren hin und her (von Salz zu Zigaretten, je nach der Epoche). Mit der Zeit habe sie etwas Romantisches bekommen, denn obwohl sie einer illegalen Tätigkeit nachgingen, ermöglichten sie das Überleben der Grenzbevölkerungen.

Der Anstieg ist beendet, man geht nun durch die Bocchetta di Muino auf einem abschüssigen Wanderweg hinunter in das Onsernone-Tal (weiß-rotes Schild „M25 L.tti Muino“). Dieser Weg verläuft ein ganzes Stück oberhalb der Alpe Canva (das Bauwerk weiter oben mit der merkwürdigen Form ist ein Lawinenbrecher) und die Umgebung verändert sich drastisch, denn oberhalb der Baumgrenze kommt man über ausgedehnte Weiden auf dem Weg zu dem ersten der kleinen Seen (1922 m).

Wenn man aufpasst kann man ganz um den Wasserspiegel herumgehen und vor allem in den weiter vom Weg entfernten Bereichen nicht wenige Frösche im Wasser sehen, die Kaulquappen ziehen dagegen die Gegenden in der Nähe des Wegs vor.

Hinter diesem Teich geht man auf ein Gebäude zu, die Schutzhütte Greppi (Biwak des italienischen Alpenvereins, CAI Vigezzo). Wenn man über den Pfad hinaus weitergeht, kommt man nun auf ebenem Weg in Kürze zur Alpe Ruggia (18880 m) und zum zweiten, größeren See, der fast vollkommen zugewachsen ist und sich langsam in ein Torfmoor verwandelt.

weitere Informationen

Vigezzo-Tal
Das einzige Tal des Ossola-Gebiets, das in West-Ost-Richtung verläuft, die mittlere Höhe beträgt 800 m, es ist breit und sanft und somit gut geeignet für „horizontale“ Sportarten wie Skilanglauf oder Hundeschlittenfahrten. Es wird auch das „Tal der Maler“ genannt, denn hier ist die Tradition der Pinselkünstler seit der zweiten Hälfte des 17. bis zum 19. Jahrhundert tief verwurzelt. Die Maler aus diesen Orten arbeiteten in ganz Europa. Eine gut illustrierte Geschichte ist die der Kunstschule in Santa Maria Maggiore, die von dem Maler Rossetti Valentini gegründet wurde, wo jeder kostenlos die Grundlagen des Malens erlernen konnte. Auch die Geschichte zur anstrengenden Arbeit der Schornsteinfeger, die eben aus diesem Tal kamen, ist belegt. Viele Kinder mussten diese mühsame Arbeit erledigen, im Schornsteinfegermuseum in Santa Maria Maggiore wird an sie erinnert (www.museospazzacamino.it; www.santamariamaggiore.info; www.comunesantamariamaggiore.vb.it). Heute ist das Tal vor allem wegen seines Bummelzugs Vigezzina-Centovalli bekannt, der Domodossola mit Locarno, in der Schweiz verbindet und durch das ganze Tal fährt: eine unvergessliche Reise! Das Vigezzo-Tal ist über die Gemeinde Malesco und das Loana-Tal auch eines der Tore der Val Grande, dem größten Wildnisgebiet Italiens, einer einsamen Gegend, die man nur bewandern sollte, wenn man gut trainiert ist. Für Familien gibt es eine Kostprobe dieses großen Nationalparks auf einigen Naturpfaden (www.parcovalgrande.it).

Ratschläge zum Wandern mit Kindern

Dieser Spaziergang ist einfach, ohne größere Schwierigkeiten, außer dem steilen Anstieg auf der Piste, die für die kleinen Wanderer ein wenig mühsam sein kann. Doch die „Mühe“ ist an den Teichen, in denen Frösche und Kaulquappen schwimmen, schnell vergessen. Für Kinderwagen nicht geeignet.

Wegmacher: Franco Voglino, Annalisa Porporato und Nora Voglino
Autoren von Texten: Franco Voglino und Annalisa Porporato

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